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Ökolandbau und die Welternährung

Landwirtschaft

Ökolandbau gehört zum Ernährungspuzzle dazu

Für die einen ist der Ökolandbau die ausschließliche Lösung für die Welternährung, den anderen ist der damit verbundene Landgebrauch zu hoch. Einen Schritt in den Kompromiss haben Forscher des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL) in der Schweiz herausgearbeitet.

Bei den Themen Treibhausgasemissionen, Energie, Überdungung und Gebrauch von Pflanzenschutzmitteln hat der Bioanbau die Nase vorn. In einer Welt mit mehr als neun Milliarden Menschen und knapper werdender Ressourcen, sind negative Effekte immer mehr zu vermeiden. Der Ökolandbau kann in einem umfassenden Ernährungssystem die Welt ernähren, wenn sich der Konsum an tierischen Produkten reduiziert, die Tierhaltung weniger Kraftfutter einsetzt und Nahrungsmittelabfälle vermieden werden.

Das Team um Adrian Müller hat in einer Forschungsarbeit nachgewiesen, dass dann auch kein höherer Landverbrauch notwendig ist. Der falle erst an, wenn das Konsummuster unverändert bleibt. Am ehesten hilft die Vermeidung von Nahrungsmittelabfällen, denn das führt direkt zu einer Entspannung des Erzeugungszwangs.

Am Ende führe schon eine Teilumstellung zu positiven Umwelteffekten. Würde die Landwirtschaft weltweit zu 60 Prozent auf Bio umgestellt und der Kraftfuttergebrauch für die Tierhaltung um die Hälfte gesenkt, wären die Umwelteffekte signifikant und keine Ausdehnung der Landwirtschaft notwendig. Ein entsprechendes Ernährungssystem wäre klimafreundlich.

Die Umstellung auf eine nachhaltige Landwirtschaft alleine würde keinen Sinn machen. Weitere Möglichkeiten müssten genutzt werden. Der Ökolandbau kann in dieser Umstellung eine zentrale Rolle spielen.

Lesestoff:

Müller A. et al.: Strategies for feeding the world more sustainably with organic agriculture; Nature Communications 8; 1290 (2017) doi:10.1038/s41467-017-01410-w

roRo

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