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Österreichs Bauern blockieren Spar

Landwirtschaft

„Chronische Aktionitis stoppen“

Österreichs Bauern haben diese Woche den Lebensmittelhändler Spar blockiert. Mehr als 3.000 Bauern mit 1.250 Traktoren sind nach Bauernbund-Präsident Georg Strasser auf die Straße gegangen und haben die Zentrallager von „Spar Österreich“ blockiert. Spar agiere „wie ein Feudalherr“ und zeige bei den Vertragsverhandlungen kein Entgegenkommen. Die Landwirte übergaben eine Forderungsliste „Stopp die chronische Aktionitis“ und forderten einen Österreichbonus auf heimische Lebensmittel. Ein besonderes Ärgernis bleibt die die Konsumententäuschung vor allem deutscher Produkte in „rot-weiß-roter“-Aufmachung [1].

Ein Grund für die Protestaktionen ist zudem der steigende Druck auf den Agrarmärkten in einer Zeit, in der gleichzeitig auch die Standards in der Produktion permanent nach oben geschraubt werden. „Die positive Entwicklung in Teilen der Landwirtschaft kann 10 Jahre nominell stagnierende Einkommen nicht kompensieren“, sagt Strasser.

Der Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich, Josef Moosbrugger zeigt Verständnis für die Proteste. Die Anteile an der Wertschöpfung verschöben sich seit 25 Jahren zulasten der Bauern. „1995 hatte der Handel einen Anteil von rund 40 Prozent, die Verarbeitungswirtschaft und die Landwirtschaft je einen von rund 30 Prozent. Mittlerweile ist jener des Handels auf deutlich über 50 Prozent angewachsen, die Verarbeitung verlor leicht und liegt jetzt anteilsmäßig bei etwa 28, die Landwirtschaft hat nur mehr knapp 20 Prozent Anteil.“ Der Handel sei mitverantwortlich für den künftigen Weg der Landwirtschaft.

Lesestoff:

[1] Piefke-Produkte im Österreich-Look: https://herd-und-hof.de/handel-/piefke-produkte-in-rot-weiss-roter-tracht.html

roRo; VLE

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