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Ohne (Torf)moos nichts los

Landwirtschaft

Torfmoos schützt Moore und Umwelt

Sphagnum leben von den Nährstoffen des Regenwassers und sind daher genügsam an Standorte angepasst, die nährstoffarm sind. Auch durch sie selber. Sie geben bei der Nährstoffaufnahme Wasserstoffionen ab, die mit dem Regenwasser weiter in den Boden dringen und für ein saures Milieu sorgen. Aus diesem Grund sind in den Mooren keine Destruenten vorhanden, die organische Substanz abbauen – und Moorleichen noch so gut erhalten sind.

Den Mooren geht es aber nicht gut, denn sie werden wegen ihres Torfgehaltes zur Bodenverbesserung vor allem im Gartenbau abgebaut. Daher sind die meisten feuchten Standorte in Norddeutschland bereits zerstört und der Torfabbau wandert ostwärts. Durch die Nutzung wird Kohlendioxid freigesetzt, während der Mooraufbau eine bedeutende Senke für Kohlendioxid ist.

Einmessung der Feldversuchsfläche zur Torfmooskultivierung im Hankhauser Moor; Foto: Matthias Krebs

Zwischen diesen widerstreitenden Effekten ist die Landwirtschaft gefangen. Vor allem in Niedersachsen fürchten Landwirte, dass sie auf den Niedermoorstandorten nicht mehr wirtschaften dürfen, wenn die Flächen wiedervernässt werden. Niedersachsen will den Torfabbau und damit die Zerstörung der Moore langfristig einstellen. Müssen die Gärtner dann auf Torf verzichten?

Nein, heißt es bei Prof. Dr. Hans Joosten von der Universität Greifswald. Er beschäftigt sich mit der so genannten Paludikultur, dem Anbau von Sphagnum, den Torfmoosen, die auf den Mooren und Feuchtheiden zu Hause sind und die Bedingungen für die Moorleichen optimal gestalten. Diese Moose können auch gezielt angebaut werden. Dazu eignen sich bereits abgetorfte Flächen oder als Grünland genutzte Hochmoore. Sie können bodengebunden aber auch auf Schwimmmatten auf überstauten Moorflächen wachsen und geerntet werden.

Torfmoose können für die Bodenverbesserung genauso genutzt werden wie die rund neun Millionen Tonnen Torf, die in Deutschland pro Jahr verbraucht werden. Gegenüber Torf sind Torfmoose aber nachwachsend. Deren Kultur bietet Einkommen im ländlichen Raum. Auf vier Hektar wurden vor vier Jahren Torfmoose ausgebracht und haben mittlerweile ein Volumen von 1.000 Kubikmeter erreicht.

Für die Arbeit mit den Torfmoosen wurde das Forschungsprojekt „Torfmooskultivierung“ im Wettbewerb „Land der Ideen“ ausgezeichnet.

Lesestoff:

www.torfmooskultivierung.de

www.paludiculture.uni-greifswald.de

roRo; Foto Matthias Krebs

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