Palmöl nachhaltig nur aus Bioanbau
Landwirtschaft
FiBL-Studie zu nachhaltigem Palmöl
Palmöl hat etliche Vorteile: Es hat einen neutralen Geschmack, es ist in der Lebensmittelindustrie vielseitig verwendbar und hitzestabil. Palmöl ist vor allem konkurrenzlos günstig, weil die Ölpalmen ergiebiger als andere Ölfrüchte sind. Für den vergleichbaren Ölertrag brauchen andere Ölpflanzen die zweieinhalb bis fünffache Fläche. In vielen Ländern ist die Ölpalme ein wichtiger Motor für die Entwicklung des ländlichen Raums.
Aus diesem Komplex heraus hat sich die Palmölproduktion in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Und seine Kehrseiten durch Entwaldung, Artenschwund und sozialen Problemen gezeigt. Das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) hat zusammen mit dem Lebensmittelhändler Coop und der Schweizerischen Staatssekretärin für Wirtschaft (SECO), Monica Rubiolo, die Nachhaltigkeit der Palmölproduktion untersucht und wird in diesem Monat einen Abschlussbericht veröffentlichen. Auf der BioFach in Nürnberg gab es eine Vorschau.
RSPO oder Bio-Suisse?
Es gibt zwar einen Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO). Eine bei Coop durchgeführte interne Studie bei rund 1.300 Produkten mit Palmöl hat nach Coop-Nachhaltigkeitsleiter Raphael Schilling gezeigt, dass die RSPO-zertifizierte Produktion nicht weit genug gehe. Die Eigenmarkenprodukte von Coop werden künftig auf andere Fette und Öle umgestellt oder es wird Palmöl verwendet, das von Bio-Suisse zertifiziert ist.
Die Betriebsanalyse von FiBL zeigt, dass alle vier biologisch zertifizierten Palmölproduzenten bei fast allen Nachhaltigkeitskriterien sehr gut abschneiden, wie Paul van den Berge erläuterte: „Biozertifizierte Unternehmen schützen nicht nur die Umwelt, indem sie keine chemischen Betriebsmittel verwenden, sondern schaffen auch wichtige Beschäftigungs- und Einkommensmöglichkeiten in ihren Produktionsregionen, sowohl für betriebseigene Mitarbeiter als auch für Bauern und Zulieferfirmen.“ Die Unternehmen zahlen einen deutlich höheren Palmfruchtpreis und bieten Zusatzleistungen, wie günstige Kredite, Weiterbildung, Erntetechnik und unterstützen lokale soziale Projekte.
Von dem RSPO-Projekt aber kann auch die Biozertifizierung lernen. „RSPO-Audits tragen dazu bei, dass Palmölerzeuger ihre Ölfruchtpreise transparent kommunizieren, in die Abgrenzung und die Überwachung von Schutzgebieten und Biodiversitätsflächen investieren und dass alle arbeitsrechtlichen Vorschriften eingehalten werden – nicht nur für eigenes Personal, sondern auch für Angestellte von zuliefernden Bauern und Dienstleistungsfirmen.“
Lesestoff:
Das FiBL-Analyse-Projekt: https://www.fibl.org/de/projektdatenbank/projektitem/project/1476.html
roRo