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PCB im Futter entdeckt

Landwirtschaft

Das dreckige Dutzend

> Biphenyle sind thermisch sehr stabile Verbindungen und dienen als Wärmeübertragungsflüssigkeit. Biphenyle entstehen bei der Herstellung von Phenol aus Chlorbenzol. Der in Futtermitteln festgelegte Richtwert beträgt 0,005 Milligramm pro Kilogramm.
Mengen polychlorierter Biphenyle (PCB), die ?um ein Vielfaches? über dem Grenzwert liegen, wurden heute in sächsischem Mischfutter entdeckt. PCB sind krebserregend.

Das Pflanzenöl stamme von einem Produzenten aus Hessen, sagte der Sprecher des sächsischen Landwirtschaftsministeriums, Dirk Reelfs. In welche anderen Bundesländer das Öl noch geliefert wurde, könne er nicht sagen. Der betroffene Betrieb in Sachsen habe die Belastung bei einer Qualitätskontrolle festgestellt und sich danach selbst bei der amtlichen Futtermittelkontrolle angezeigt. Möglicherweise sind 1.270 Tonnen Futter belastet, das in Sachsen, Thüringen und Bayern geliefert wurde. Eine umgehend eingeleitete Untersuchung durch die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft als zuständige Überwachungsbehörde hat ergeben, dass die betreffenden Futtermittellieferungen nach Thüringen bereits verfüttert wurden, wie das Ministerium verbreitete.

PCB gehört genauso wie DDT, Chlordan, Dioxine und Furane zu den schwer abbaubaren organischen Verbindungen, die unter dem Namen Pop (persistent organic pollutant) bekannt sind. Auch als dreckiges Dutzend machen sie weltweit Karriere, denn Pops sind überall, wenn auch rückläufig, in der Muttermilch zu finden und führen zu schweren gesundheitlichen Schäden bei Menschen und Tieren. 2001 wurde auf einer internationalen Konferenz in Stockholm beschlossen diese Stoffen nicht mehr zu produzieren. Ratifiziert ist das Abkommen noch nicht. Weltweit gibt es noch rund 500.000 Tonnen Altbestände, bei denen die Entsorgung nicht geklärt ist. Die meisten der Giftfässer liegen in Afrika und Asien, die für eine fachgerechte Entsorgung meist kein Geld haben.

VLE

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