Menü

Pfeifer & Langen starten Rübenkampagne

Landwirtschaft

Rohstoffsicherung bei Zucker die Hauptfrage

Am Montag startete Pfeifer & Langen seine Rübenkampagne in den Zuckerwerken Jülich (Rheinland) und Könnern in Sachsen. In Lage (Ostwestfalen-Lippe) und in Appeldorn im Rheinland geht es am 05. Oktober und in rheinischen Euskirchen am 08. Oktober los. Die Kampagnen sind bis Ende des Jahres geplant, in Lage bis Ende Januar.  

Durchschnittliche Ernte

Nach zwei Dürrejahren in 2018 und 2019 hatte sich der Bodentank über den Winter großteils wieder mit Wasser gefüllt. Die ersten Ertragsprognosen waren zunächst noch optimistisch, denn die Aussaat erfolgte früh und auch beim Reihenschluss im Mai sowie Juni war die Entwicklung der Rüben noch vielversprechend. Jedoch ging der Wachstumsvorsprung des guten Starts im sehr trockenen Sommer verloren und das dringend benötigte Wasser kam – zumindest in den meisten Regionen – erst Ende August. Insgesamt erwartet Pfeifer & Langen trockenheitsbedingt eine durchschnittliche Zuckerrübenernte. Jedoch sind die Entwicklungen regional sehr unterschiedlich. In Ostwestfalen-Lippe, wo das Werk in Lage betrieben wird, wurde die Rübenentwicklung durch die Niederschläge im August begünstigt. Daher erwartet die Region eine gut überdurchschnittliche Ernte. Im Rheinland geht der Zuckerhersteller von einer leicht überdurchschnittlichen Ernte an den Standorten Jülich und Appeldorn aus, während Euskirchen eine Ernte im fünfjährigen Mittelwert erwartet. Die Rüben in Sachsen-Anhalt wurden im Sommer durch die anhaltende Dürre zwar deutlich stärker geschädigt, jedoch peilt die Region Könnern dieses Jahr eine Durchschnittsernte an. Die Ertragsfaktoren sind in den trockenen Regionen Könnern, Appeldorn und Jülich von einem hohen Zuckergehalt bestimmt, während in den niederschlagsreicheren Regionen Lage und Euskirchen der Rübenertrag höher ausfallen wird.

Rohstoffsicherung

„Viele Landwirte stellen zurzeit den Rübenanbau in Frage“, sagte Geschäftsführer Dr. Hermann Schmitz. Die Preise sind niedrig, der Wettbewerb innerhalb Europas ist unausgeglichen, weil einige Länder Neonicotinoide als Beizmittel jährlich als Notfallzulassung einsetzen. „Die Rohstoffsicherung durch die Zuckerrübe ist aktuell eine große Herausforderung“, erläutert Schmitz. „Ohne Rüben gibt es keinen heimischen Zucker.“

Das Fehlen der Neonicotinoide hat in diesem Jahr gut sichtbar die Vergilbungskrankheit auf die Felder gebracht. Die Rübenbauern im benachbarten Frankreich wollen die Neonicotinoide wieder zulassen.

Lesestoff:

Probleme haben auch die österreichischen Rübenbauern: https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/regionalitaet-ohne-zucker.html

roRo

© Herd-und-Hof.de Nutzungswünsche: https://herd-und-hof.de/impressum.html

Zurück