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Pflanzenschutz-TÜV statt Steuer für Pflanzenschutzmittel

Landwirtschaft

Phytopathologe mit Pflanzenschutzmittelsteuer unzufrieden

In einem Interview mit dem Bauernverband Schleswig-Holstein zeigt sich Phytopathologe Prof. Dr. Joseph-Alexander Verreet von der Carl-Albrecht Universität Kiel mit dem Vorschlag des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung für eine Steuer auf Pflanzenschutzmittel unzufrieden [1]. Der Pflanzenschutz habe gewaltige Fortschritte erzielt und beim Integrierten Pflanzenschutz wird die Häufigkeit der Anwendungen von drei bis vier auf durchschnittlich 1,9 Mal reduziert. Die ausgebrachte Menge sage auch nichts über die Wirkstoffmenge pro Hektar aus.

Alternativen wie der Ökolandbau kommen nur mit deutlich anders gestalteten Fruchtfolgen aus. Auf Hochertragsstandorten wie in Schleswig-Holstein sei das mit Verzicht auf Menge und Qualität verbunden. Prof. Verreet kritisiert die Autorenschaft des Gutachtens. Es haben Toxikologen, ein Ökonom, ein Jurist und ein Sozialwissenschaftler daran mitgearbeitet, aber niemand aus dem Bereich Phytomedizin, erläuterte Verreet.

Zum Thema selbst glaubt der Professor, dass eine Steuer in Höhe von 20 oder 25 Prozent den Mitteleinsatz in bestimmten Sektoren tatsächlich reduzieren könnte. Aber ein Verzicht auf Pflanzenschutz verringere den Ertrag eben auch um die Hälfte. Am Ende stünden weniger hochwertige Nahrungs- und Futtermittel zur Verfügung.

Eine bessere Lösung wäre eine „Art Pflanzenschutz-TÜV“. Es gibt verschiedene Prognose-Modelle für den Schädlingsbefall. Diese sollten verbessert und mit einem TÜV-Stempel versehen werden. Das würde den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln optimieren. Für vergleichende Prüfungen sollte nach dem Phytomediziner die Politik Geld in die Hand nehmen.

Lesestoff:

Das ganze Interview finden Sie online auf www.bauernblattsh.de/leseprobe/agrarpolitik-regionales/details/tx_news/pflanzenschutzsteuer-unverantwortlich.html

[1] Pflanzenschutzmittelsteuer erwartet unterschiedlich beurteilt

Roland Krieg

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