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Phosphor-Fütterung und Tiergesundheit

Landwirtschaft

Phosphor-Verwertung: Eine Frage der Gene

Phosphor wird aus endlichen Lagerstätten gewonnen und ist für Pflanzen und den Menschen essentiell. Auch für die Tierernährung spielt er eine wichtige Rolle für das Wachstum und die Erzeugung von Milch oder Eiern. Bedeutsam ist Phosphor für das Immunsystem und den Energiestoffwechsel. Monogastrier wie Schweine und Hühner aber können den Phosphor aus den Pflanzen nur unvollständig aufschließen. Sie bekommen überwiegend Getreide und Hülsenfrüchte zu Fressen. Dort liegt Phosphor mit sechs Verbindungen an einem Kohlenstoffring an.

Geringe Verdaulichkeit

Damit der Phosphor genutzt werden kann, muss das Enzym Phytase den Phytin-P aufspalten und in Orthophosphat umwandeln. Dann erst können Monogastrier den Nährstoff nutzen.

Die Verdaulichkeit von Phosphor in der Nahrung ist gering. In Ackerbohnen liegen lediglich 39 Prozent, in Körnermais nur 18 Prozent und in Weizen 68 Prozent verdauliches Phosphor vor. In Tiermehl sind es immerhin 82 Prozent.

Alles was nicht aufgeschlossen wird, scheiden die Tiere wieder ungenutzt aus. Das ist nicht nur eine Verschwendung, sondern führt in der Umwelt auch zu einer Nährstoffproblematik. Landwirte geben dem Futter hochverdauliches Phosphat zu oder das Enzym Phytase. Weil die mikrobiellen Verdauungsabläufe aber sehr komplex sind, ist die genaue P-Versorgung eher ein mathematisches Ergebnis.

Genetischer Ansatz

Die Universität Hohenheim hat jetzt einen Ansatz gefunden, der die P-Versorgung effektiver macht und dabei entdeckt, dass die Effizienz auch eine Frage der Gene ist. Sie kann also in der Züchtung gezielt selektiert werden. Dabei waren Untersuchungen der Phosphorverwertung bei Schweinen, Hühnern und Wachteln hilfreich. Im Forschungsprojekt „microP“ zeigte sich, dass Tiere mit weniger Phosphor im Futter weniger Antikörper bildeten. Die Zahl und die Funktion der Immunzellen sanken. „Zusammengenommen deuten die Veränderungen im Immunsystem und im Bereich der Darmbakterien darauf hin, dass eine ausreichende Menge an Phosphor einen positiven Effekt auf die Darmgesundheit hat“, fasst Prof. Dr. Volker Stefanski zusammen.

Züchtungsexperte Prof. Dr. Jörn Bennewitz entdeckte den Zusammenhang mit der Genetik: „Langfristig wäre es sicher möglich, diese Fähigkeit durch Züchtung zu stärken.“ Neben der Tiergesundheit und Reduzierung der P-Verschwendung werden auf diesem Weg die globalen Phosphorvorräte geschont.

Roland Krieg

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