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Reichhaltige Strukturen in der Agrarlandschaft

Landwirtschaft

Hecken und Sträucher: Mehr Arten, weniger Erosion

Heckenanpflanzung in Weggun

Der Bauernhof Weggun ist ein biologisch-dynamischer Landwirtschaftsbetrieb im Naturpark Uckermärkische Seen. Der Betriebsschwerpunkt liegt bei Schwerpunkt Beerenobst, das vor allem an Berliner Naturkost- und Bioläden geliefert wird. Bereits vor zehn Jahren hat der Demeter-Betrieb mit Fördermitteln der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg Hecken und Obsthochstämme gepflanzt, die sich inzwischen in der Landschaft fest etabliert haben.  Jetzt kommen auf 1,6 Kilometer Länge weitere Hecken und Sträucher und 50 hochstämmige Obstbäume hinzu. Die Stiftung unterstützt das Projekt mit rund 75.000 Euro.

„In Zukunft planen wir für diesen nördlichen Teil des Naturparks noch andere Projekte, um die Landschaft mit weiteren Strukturen anzureichern. Damit wollen wir zum Beispiel die Amphibienpopulation unterstützen“, blickt Naturparkleiterin Heike Wiedenhöft in die Zukunft voraus. Bislang hat die Stiftung im Landkreis Uckermark 118 Naturschutzprojekte mit 6,7 Millionen Euro gefördert.

Insel im Maisfeld

Marjolein van der Hulst freut sich schon. Sie bewirtschaftet mit Ehemann Frank den Bauernhof in Weggun: „Mit unseren Pflanzungen entsteht neuer Lebensraum für Fledermäuse, viele bedrohte Insekten, Kleinsäuger und seltene Vogelarten wie etwa Raubwürger oder Sperbergrasmücke, die hier Unterschlupf und Nahrung finden. Und wenn die Hecken und Bäume dann blühen, wird das ganz sicher ein fantastischer Anblick sein“.

Die Initiative ging vom Naturpark aus, wie Heike Wiedenhöft ausführt: „Der kleine Biobetrieb ist von einer riesigen langjährigen Maisanbaufläche umgeben und durch fehlende Schutzstrukturen stark der Wind- und Stauberosion ausgesetzt.“ Im Laufe der Zeit bilden die Hecken aus Hasel, Pfaffenhütchen und Eberesche, aber auch Wildobstgehölze und Wildrosen einen geschlossenen Pflanzenbestand, der auch die umliegenden Ackerböden vor Winderosion schützt.

In den ersten Jahren nach der Pflanzung schirmen ein Zaun und sogenannte Stammhosen die Hecken und jungen Bäume vor Verbiss durch Wildtiere ab. Eine mehrjährige Entwicklungspflege übernimmt der ökologisch wirtschaftende Betrieb in Eigenregie. Die Gesamtprojektkosten betragen rund 98.000 Euro.

Gelder bleiben im Landkreis

Wichtigstes finanzielles Fundament der Stiftung sind die Ersatzzahlungen bei Baumaßnahmen, die zu Beeinträchtigungen in Natur und Landschaft entstehen. Mit den Projekten fließt das Geld wieder zurück in die Landkreise. Angermünde beispielsweise konnte diesen Herbst den Dorfteich in Gellmersdorf sanieren, der Wasser- und Bodenverband „Uckermark-Havel“ konnte mit Stiftungsgeldern fünf Sölle in der Gemarkung Beenz revitalisieren. [1]

Lesestoff:

[1] Ein eigenes Projekt ist die Renaturierung des Quellmoors Beesenberg: https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/quellmoor-beesenberg-wird-zum-naturjuwel.html   

roRo; Foto: Marc Thiele (NaturSchutzFonds)

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