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Ressource Pflanze

Landwirtschaft

Nutzpflanzen werden als Rohstoff zunehmend wichtiger

In dem Maße, wie Erdöl weniger wird, steigt die Bedeutung der Nutzpflanzen als Quelle für erneuerbare Rohstoffe. Pflanzen ernähren nicht nur Mensche und Tier, sondern sind Ausgangsstoff für Textilfasern, Baustoffe und dienen als Energieträger. In einer neuen Schrift erinnert die Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften (SATW) an die Nutzung der Pflanzen vor dem Erdölzeitalter. 1925 lag der Anteil pflanzenbasierter Rohstoffe in der amerikanischen Industrie bei 25 Prozent.

Mehr als Holz
Der weltweit wichtigste pflanzliche Rohstoff ist Holz. Im Ackerbau liefert die Baumwolle am meisten technisches Ausgangsmaterial. Kleidungsstücke und Banknoten aus Baumwolle, Gummi aus Naturkautschuk, Papier und Wärme aus Holz sowie Arzneimittel aus Heilpflanzen sind bekannte Anwendungen. Es könnten in Zukunft aber auch menschliche oder tierische Proteine als Arzneimittel sein, die bisher mit Hilfe von Bakterien oder Pilzen hergestellt wurden. Reis könnte hilfreiches Lactoferrin und Lysozym enthalten, das normalerweise in Muttermilch vorkommt und antibakteriell wirkt. Zukunftsmusik sind auch Insulin und resorbierbare Implantate aus Pflanzen, Biopolymere als Ersatz für PET-Flaschen und biologisch abbaubare Verpackungsmaterialien. Um die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Pflanzen nutzbar zu machen, ist jedoch noch viel Forschungs- und Entwicklungsarbeit nötig.

Neue Sicht auf Gentechnik
Das Papier der SATW blickt mit einem neuen Fokus auf die Gentechnik. Die neuen Stoffe erhöhen den Druck auf die Politik, weil Pflanzen als Liefearnt technischer Rohstoffe mit fremden Genen versehen werden müssten. Das SATW weiß um die politische Brisanz, weil die Gentechnik in der Öffentlichkeit auf große Skepsis stößt. In der Schweiz gilt ein Moratorium bis 2013.
Hingegen stehen in den USA die späteren Produkteigenschaften bei den Zulassungen im Vordergrund und nicht die Züchtungsmethode. Aus wissenschaftlicher Sicht sei das für die SATW sinnvoller und vermerkt eine leicht steigende Akzeptanz der Gentechnik in der Öffentlichkeit.
Dieses Blatt hat aber auch eine zweite Seite, denn ganz aktuell hat ein US-Gericht in San Francisco die Zulassung von gentechnisch veränderten Zuckerrüben zurückgezogen, bis umfassende Studien die Auswirkungen auf die Umwelt festgestellt haben. Die aktuelle Ernte, die bis zur Hälfte aus diesen Herbizidresistenten Rüben besteht, bleibt aber aus wirtschaftlichen Gründen unbetroffen.

Lesestoff:
www.satw.ch ->publikationen ->schriften ->Nutzpflanzen: Quelle für erneuerbare Rohstoffe
Über den US-Gerichtsspruch freut sich das US-Center für Lebensmittelsicherheit: www.truefood.now

roRo

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