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Rettet die Biogasanlagen

Landwirtschaft

Bundesratsinitiative zur Sicherung der Biogasanlagen

Seit der Deckelung stagniert der Ausbau von Biogasanlagen. Doch Biogas ist für die Energiewende unverzichtbar und besitzt Entwicklungspotenzial [1]. Strom aus Biogas kann sowohl Grundlast als auch Regelkraft abbilden. Für die Flexibilisierung sind allerdings Investitionen notwendig, die erst durch Perspektiven realisiert werden.

„In den letzten Jahren wurden deutschlandweit kaum noch Biogasanlagen gebaut“, bedauert Umweltministerin Anja Siegesmund aus Thüringen. „Dazu fehlen im EEG die Anreize. Hinzu kommt: 2020 droht wegen des Auslaufens der Unterstützung die Stilllegung viele Biogasanlagen.“ Davon sind alle Bundesländer betroffen. Aber Thüringen wird zusammen mit dem Nachbarn Bayern und Rheinland-Pfalz noch in diesem Monat eine Initiative in den Bundesrat einbringen, die eine Stärkung der Stromerzeugung aus Biomasse im Erneuerbare Energiengesetz 2016“ erzielen soll. Für den wirtschaftlichen Betrieb sollen die Anlagen wieder angemessen unterstützt werden. Über ein Ausschreibungsmodell sollten Anlagen einen garantierten Strompreis erhalten.

Derzeit ist nur noch der Zubau von 100 MW vorgesehen. Um keinen „technologischen Fadenriss“ durch die Stagnation zu erhalten, müsse die Technik in der Praxis auch betrieben werden.

In Thüringen stehen derzeit 350 Biogasanlagen mit 245 MW installierter Leistung. Darunter fallen 12 Heizwerke und 25 Anlagen für Biomethan und Rapsöl.

In Rheinland-Pfalz warb Umweltstaatssekretär Thomas Griese zu Beginn der Biomasse-Tagung auf dem Umwelt-Campus Birkenfeld für die Initiative. Bundesweit erzeugen Biomasse und Holz rund 50 Milliarden Kilowattstunden Strom. Das entspricht der Leistung von vier Atom- oder sechs Kohlekraftwerken. In Rheinland-Pfalz stehen 145 Biogasanlagen. „Gerade im ländliche geprägten Rheinland-Pfalz ist die Produktion von Bioenergie in der Land- und Forstwirtschaft eine wichtige Einnahmequelle, auf die wir nicht verzichten können“, so Griese. Griese fordert die Bundesregierung zur Einführung des Ausschreibemodells auf. Damit werde die Höhe der Vergütung durch den Wettbewerb bestimmt.

Lesestoff:

[1] Entwicklungsmöglichkeiten der Biogasproduktion

roRo

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