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Rindergenom, Apfel und Phytophtora

Landwirtschaft

Forschung Teagasc

TResearch ist das Wissenschaftsmagazin der irischen Agricultural and Food Development Authority (Teagasc). Die neueste Ausgabe berichtet entlang der Wertschöpfungskette.

Rindergenom I
Die traditionelle Tierzucht hat zum Ziel, entweder die Milch- oder Fleischleistung der Tiere zu optimieren. Manchmal gelingt auch ein Fortschritt in beide Richtungen gleichzeitig. Das neu gegründete Animal Bioscience Center widmet sich einer neuen Zuchtrichtung. Tiere sind nämlich nicht gleich. Die einen reagieren besser, die anderen schlechter auf verschiedene Krankheiten – und die Ursache liegt in der genetischen Ausstattung. Dr. Kieran Meade will die nationale Herde in Richtung Tiergesundheit und Abwehrstärke Cowsgegenüber Krankheiten verbessern. Das habe nicht nur für die Tiere Vorteile, sondern auch für das Image Irlands, eine Insel mit gesunder und natürlichen Lebensmitteln zu sein. Das hülfe auch „die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Handel und Konsumentenerwartungen nach sicheren Premiumprodukten zu treffen“, so Dr. Meade.

Rindergenom II
Bei Angusrindern und Blauen Belgiern haben Dr. Kerry Keane und Dr. Donagh Berry eine stärkere positive Beziehung zwischen der Wachstumsrate und der Fleischqualität herausgefunden, als bislang angenommen. Sie ist stärker als intensivere Fütterung oder späteres Schlachten. Dabei ist die Wachstumsrate ein wesentlicher Bestandteil des ökonomischen Zuchtindex irischer Fleischrinder – wird aber routinemäßig nicht so überprüft, wie beispielsweise Futteraufnahme, Futterverwertung oder Hormonkonzentration im Blut. Bei den Blauen Belgiern war der Zusammenhang weniger ausgeprägt, als bei den Angusrindern. Dort übertrafen die Messungen den Erwartungswert um das Zweifache.

applesGesundheit schmeckt weniger
Bereits vor 30 Jahren hat Dr. Ronan Gormley im Teagasc Ernährungscenter gezeigt, dass zwei Äpfel am Tag den Gehalt an Cholesterin senken und das gewünschte High Density Cholesterin erhöhen. Außerdem beinhalten Äpfel Antioxidantien, die frei Radikale einfangen. Im Rahmen einer EU-weiten Forschung über gesunde Effekte von Obst hat Dr. Gormley jetzt Granny Smith, Golden Delicious und Braeburn untersucht. Der Granny besitzt die meisten Antioxidantien – fiel beim Geschmackstest unter Verbrauchern gegenüber den anderen aber fast durch. Bemerkenswert ist auch, dass Verbraucher aus Angst vor Kontamination die Äpfel meist schälen. Dabei sind die Gesundheitspotenziale in oder direkt unter der Schale vorhanden. Die Furcht vor Kontamination könnte ein EU-weites Beobachtungsprogramm mindern.

potatoesPhytophtora
Die Kraut- und Knollenfäule an der Kartoffel hat in Irland tiefe Spuren hinterlassen. 1845 folgte nach dem Totalausfall der Kartoffelernte durch den Erregerpilz Phytophtora infestans die große Hungersnot. Auch nach 160 Jahren hat der Pilz seine Bedrohung nicht verloren, denn Dr. Stephen Kildea hat im Jahr 2008 eine evolutionäre Weiterentwicklung des Pathogen entdeckt. Der Genotyp „Blue 13“ weist die gleiche zerstörerische Potenz auf, wie die Kartoffelpflanzen auf der rechten Bildseite belegen. „Die Anwesenheit dieses Genotyps innerhalb der irischen Phytophtora-Population kann ernsthafte Auswirkungen auf den Kartoffelanbau haben“, erklärt Dr. Kildea. Dieser Genotyp ist aggressiver und resistent gegen Fungizide auf Phenylamid-Basis. Würde er sich weiter ausbreiten, dann könnten langlebigere Pilzsporen entstehen, als es heute gibt. Das würde die Phytophtora-Population diversifizieren, die Bekämpfung schwieriger machen, und möglicherweise auch Sporen herausbilden, die aus dem Boden heraus die Kartoffel befallen. In diesem Jahr wird Dr. Kildea die Ausbreitung von „Blue 13“ beobachten.

Lesestoff:
www.teagasc.ie/publications/tresearch

roRo; Bilder: Teagasc

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