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Landwirtschaft

BfR: Didaktisches Maislabyrinth in Berlin

Sonnenblumenfee im Labyrinth

Wissenschaft muss auch Spaß machen, sonst nimmt sie niemand ernst. Anstelle eines Tag der offenen Tür lädt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in diesem Jahr in Berlin-Marienfeld zum wahrscheinlich größten Maislabyrinth der Welt. Rund 2,5 Kilometer ist der Weg durch Mais und Hanf, vorbei an Phacelia und Sonnenblumen. Bis zum 04. Oktober werden Erwachsene und vor allem Kinder Spaß zwischen den mittlerweile über zwei Meter hohen Maispflanzen haben. Auch wenn der Blick in den engen Gassen nur einen begrenzten Horizont hat: Das Luftbild und der Wegweiser, den die Besucher vor Betreten der Gasse in die Hand bekommen, zeigt: Die Besucher bewegen sich durch eine Kuh. Sie nehmen praktisch den Weg der Nährstoffe vom Flotzmaul über den Magen-Darmtrakt bis über zum Euter. Vom grünen Gras bis zur weißen Milch.

Im Labyrinth

Der Unterschied zwischen einem Irrgarten und einem Labyrinth ist der, dass aus dem Labyrinth jeder wieder heraus findet. Zwar schickt die falsche Antwort auf eine „fiese Frage“, wie beispielsweise, ob das Rind mit den Vorder- oder Hinterbeinen zuerst aufsteht, die Besucher auch mal in eine Sackgasse - Doch geht es dann wieder zurück über die Richtung der richtigen Antwort und zum nächsten Informationspunkt. Von denen gibt es viele: Verschlungene Wege durch das Maisfeld führen die Besucher zu markanten Punkten und halten Wissenswertes und Interessantes über den Mais als Futterpflanze, die Kuh und ihre Hufe, ihren Magen, über den Milchpreis und den Pflanzenschutz bereit.

Prof Hensel und Mechthild Rawert

Bis zu zwei Stunden halten sich die geführten Kindergruppen zwischen Mais, Phacelia und Hanf auf. Das Maislabyrinth liegt im Wahlkreis von Bundestagsabgeordnete Mechthild Rawert. Sie möchte mit dem Labyrinth den Wissensstand zwischen Stadt- und Landkindern angleichen und sieht in dem didaktischen Maispfad eine nachhaltige Bildungschance. Grundschüler aus Marienfelde durchwanderten unter kundiger Führung als erste Kindergruppe durch den Mais. Sie will alle Berliner Grundschulen auf das Labyrinth aufmerksam machen. Lehrer bekommen vorab Material an die Hand, sich zu informieren, sagte Prof. Dr. Dr. Andraes Hensel, Präsident des BfR zu Herd-und-Hof.de. Das Labyrinth soll ein Hilfsmittel sein, Wissenschaft den Menschen, und vor allem Kindern zu vermitteln. „Das Maß an wissenschaftlicher Unsicherheit ist groß“.

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Hilfe hat er sich von seinem Bruder geholt, der an der Universität Kassel ökologischen Landbau unterrichtet. Prof. Dr. Oliver Hensel unterrichtet unter anderem Vermessungstechnik und hat im Rahmen von UNESCO-Bildungsprojekten viel Labyrinth-Erfahrung. Er hat Herd-und-Hof.de erklärt, wie das Labyrinth entsteht: Zunächst werden die Pflanzen auf dem Feld ausgesät und das spätere Bild entsteht zunächst am Computer. Am Monitor wird das Bild zunächst virtuell ausgeschnitten und mittels GPS und Hölzchen das Feld übertragen: „Bis auf zwei Zentimeter genau“. Dann laufen die Studenten den markierten Weg mit einer Motorfräse den Weg ab. Der Mais ist zu diesem Zeitpunkt gerade einmal 20 Zentimeter hoch. Im nächsten Jahr soll der Agrarbereich der Humboldt-Universität das Labyrinth übernehmen.

Lesestoff:
Das Labyrinth finden sie am Standort des BfR in Berlin-Marienfeld und ist ab Diedersdorfer Weg ausgeschildert. Diedersdorfer Weg 1, 12277 Berlin. Schulklassen haben einen kostenfreien Eintritt, Erwachsene zahlen zwei, Kinder einen Euro, Familien fünf Euro. www.bfr.bund.de

Roland Krieg; Fotos: Luftbild: BfR; andere: roRo

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