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Rosen: Innere Werte beachten

Landwirtschaft

Chemische Grundlage des Rosenduftes

Für die Hochzeit der persische Prinzessin Nour Djiham mit dem Prinzen Punj Dji Kanjuy wurden die Kanäle im Palast mit Rosenwasser gefüllt und Rosenblättern bedeckt. Die Prinzessin ließ sich über die Kanäle rudern und hielt ihre zarten Hände in das Wasser, berichtet die Legende. Sie bemerkte auf Fingern und Hand eine honigähnliche Flüssigkeit, die sie in Fläschchen abfüllen ließ. So nutzte sie das erste Rosenöl, das heute weniger spektakulär aus einer Wasserdampf-Destillation gewonnen wird.

Das ätherische Öl ist aus den meisten Parfümen nicht wegzudenken und wird innerhalb der EU meist in Bulgarien und Frankreich wirtschaftlich gewonnen. In Bulgarien, am Südwesthang des Balkangebirges, liegt das berühmte Rosental, wo auf bis zu 100 Kilometer Länge jährlich die Rosen erblühen. Verwendet werden bestimmte Ölrosen, die auf Feldern wachsen, die gerade von einer Familie noch bearbeitet werden können. Für ein Kilo Rosenöl sind zwischen 3.500 und 7.000 Kilo Rosenblüten notwendig. Außerhalb der EU bilden Marokko und die Türkei eine wichtige Rolle auf dem Rosenöl-Markt. Die Blätter werden in allen Anbauregionen aufwendig mit der Hand gepflückt.

Schön, aber geruchslos

Zwar werden in Deutschland viele Rosen verschenkt, sie werden aber im Blumengeschäft eher nach Augenmaß als nach Nase gekauft. Die meisten Rosen riechen kaum oder schon gar nicht mehr. Dafür sind sie in der Vase länger haltbar.

Französische Forscher haben jetzt das Gen entdeckt, das für den Rosenduft „zuständig“ ist. Der charakteristische Rosenduft besteht aus Hunderten von flüchtigen (volatilen) Verbindungen, die auch noch von Sorte zu Sorte variieren. Das macht es nicht einfach, „den“ Rosenduft zu untersuchen. Eine wichtige Klasse flüchtiger und geruchsbildender chemischer Verbindungen sind Monoterpene. Diese sind Hauptbestandteil von ätherischen Ölen und machen bis zu 70 Prozent des Dufts in einigen Rosensorten aus. Eine dieser duftenden Sorten ist beispielsweise „Papa Meilland“. Obwohl in der Vergangenheit mehrere Gene, die mit der Bildung von Duftkomponenten in Verbindung stehen, entdeckt wurden blieb die genaue biochemische Umwandlung von Monoterpenen in den Rosen ein Rätsel. Neben dem Gen wurde das für die Umwandlung zuständige Enzym entdeckt.

Duft zur Blütezeit

Das vom Gen angeregte Enzym befindet sich in den Blütenblättern und verstärkt seine Aktivität während der Blütezeit. Und das auf einem anderen chemischen Weg als beispielsweise der Duft von Basilikum. Dort werden die duftenden Monoterpene durch Terpensynthase gebildet – bei der Rose über die Enzymfamilie „Nudix“.

Das Gen kann in der künftigen Rosenzüchtung als Marker eingesetzt werden, um Rosen zu züchten, die neben ihrem langlebigen Vasenleben den Raum auch wieder aromatisch betören.

Lesestoff:

Magnard, J.-L. et al. (2015): Biosynthesis of monoterpene scent compounds in roses. In: Science 349, 81, (3. Juli 2015), doi: 10.1126/science.aab0696.

Tholl, D. und Gershenzon, J. (2015): The flowering of a new scent pathway in rose. In: Science 349, 28, (3. Juli 2015), doi: 10.1126/science.aac6509.

roRo

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