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Rumänien baut die Märkte auf

Landwirtschaft

Reiches Land am Schwarzen Meer

Staatsekretär Nicolai Flavia Lavin aus dem rumänischen Landwirtschaftsministerium zählte bei der offiziellen Präsentation des neuen EU-Mitglieds den landwirtschaftlichen Schatz seines Landes auf: 9,5 Millionen Hektar Ackerfläche, 6,5 Millionen ha Wald und 5 Millionen Hektar Weideland sind hinzugekommen. Dazu auch insgesamt rund 21 Millionen neue Konsumenten.

Viel Geld für den Strukturwandel
Auch Rumäniens Landwirtschaft ist überwiegend sehr klein strukturiert und handelt in atomistischen Marktstrukturen. Zum Beispiel gibt es in dem Land mit 800.000 Milchbauern genauso viele, wie in der alten EU mit 25 Mitgliedsstaaten. Die meisten halten nur ein bis zwei Kühe, verriet Dacian Ciolos, Berater des Staatsekretärs Lavin am Rande der Veranstaltung zu Herd-und-Hof.de. In die kleinen Betriebe habe in der Vergangenheit niemand so recht investieren wollen. Deshalb habe Rumänien für zwei Jahre ein Programm aufgelegt, das den Bauern beim Strukturwandel helfen soll. Beispielsweise bekommen die älteren Bauern je Hektar Land, die sie den jungen Nachfolgern überlassen 100 Euro im Jahr als zusätzliche Lebensrente ausgezahlt.
Eine Modernisierung der Landwirtschaft ist dringend nötig. Die Investitionen gehen aber auch in die verarbeitende Industrie, um beispielsweise die Qualität der Milch zu verbessern, sagte Ciolos.
Die Hälfte der Bevölkerung lebt auf dem Land und Rumänien versucht, die Abwanderung in die Städte zu verhindern. Dazu gehören Programme, mit denen kleine Unternehmen aufgebaut werden können. Das Land ist reich an unberührter Natur, alten Kirchen und mittelalterlichen Klöstern. Der Tourismus wird als große Chance für die Entwicklung des Landes angesehen.

Biomasse und Ökolandbau
Ökologischer Landbau steht auch in Rumänien auf dem Programm. Bei Getreide und Gemüse gibt es bereits kleine Produktionen und demnächst sollen Milch und Käse folgen.
Wichtiger allerdings scheint die Biomasseproduktion zu sein. Dacin Ciolos gibt an, dass im Süden des Landes viele große Betriebe mit Flächen zwischen 1.000 und 10.000 Hektar sind. Zusätzlich werden etwa 3,5 Millionen Hektar aktuell nicht kultiviert. Biomasse von diesen Flächen sieht Rumänien als ökonomische Alternative an, zumal sie zur Zeit Schweine- und Rindfleisch, sowie Milch als Nahrungsmittel importieren müssten. Da auch die verarbeitende Industrie noch aufgebaut werden muss, da sie nach Angaben der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle ZMP mindestens stark zersplittert ist. Das könnte sich schwieriger erweisen, als Biomasse für Europa anzubauen. Denn im Gegensatz zu Bulgarien sind die klimatischen Verhältnisse weniger gut. Der Einfluss des kontinentalen Klimas ist viel stärker, was dem Land trockene und heiße Sommer, sowie lange und kalte Winter beschert.
Das Land und seine Produkte können Sie vorab in der Halle 17 besuchen.

roRo

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