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Runter mit den Ammoniak-Emissionen

Landwirtschaft

Emissionen sauer wirkender Gase

Emissionen sauer wirkender Gase

Am Dienstag hat Eurostat die Emission versauernd wirkender Gase zwischen 2008 und 2016 veröffentlicht. Das sind Schwefeldioxid, Stickoxide und Ammoniak. Diese Gase degradieren Böden, bedrohen Wälder und verschlechtern die Wasserqualität. Um die Vergleichbarkeit der drei Gase zu gewährleisten werden sie in Äquivalenten zu SO2 ausgedrückt.

Im beobachteten Zeitraum ist die Gesamtmenge an Gasen um 6,3 Millionen Tonnen SO2-Äquivalenten bei Haushalten und im Gewerbe zurückgegangen. Der Rückgang ist aber sehr divers. Bei SO2 liegt er bei 55 Prozent, bei den Stickoxiden bei 25 Prozent, aber bei Ammoniak nur bei einem Prozent.

Auf Deutschland herunter gebrochen sieht das genauso aus. Die Gesamtmenge an Emissionen sank von 3,42 auf 2,889 Millionen Tonnen. Die Emission von SO2 hat sich zwischen 2008 und 2016 von 725 auf 373 Tonnen  nahezu halbiert, die der Stickoxide bewegte sich von 1,484 auf 1,252 Millionen Tonnen. Die Emission von Ammoniak nahm hingegen leicht von 1,210 auf 1,264 Millionen Tonnen zu.

Ammoniak-Reduzierung in der Landwirtschaft

43 Prozent der Emissionen stammen aus der Land- und Forstwirtschaft sowie der Fischerei. Das meiste davon als Ammoniak.

Die Landwirtschaft muss im Rahmen der Luftreinhaltung die Emission von Ammoniak bis 2030 um 29 Prozent gegenüber dem Basisjahr 2005 senken. Das zeichnet sich in den Tabellen nicht ab.

Das Kuratorium für Technik und Bauwesen (KTBL) hat bereits 2012 festgestellt, das sich bei den Ammoniak-Emissionen seit 2000 nichts geändert hat. Moderne Laufställe emittieren rund 12 kg Ammoniak pro Tierplatz, bei den Schweinen sind es zwischen zwei und vier kg je Tierplatz.

Doch es gibt auch eine ganze Reihe an Minderungsmaßnahmen, die vom KTBL in drei Kategorien eingeteilt wurden. Praxistauglich und gut zu kontrollieren; Praxistauglich, aber nicht einfach zu kontrollieren und Reduktionspotenzial aus verschiedenen Gründen (nicht nachweisbar, zu teuer, Nebeneffekte) nicht festlegbar.

In der Milchkuh- und Rinderhaltung zählen Fütterung (nutzbares Rohprotein am Dünndarm),  positive ruminale Stickstoffbilanz, optimaler Start in die Laktation, Synchronisation von Energie und Protein sowie die Verfütterung von geschützten Proteinen zur Kategorie 1 mit einem Einsparpotenzial von 25 Prozent. Die Maßnahmen sind über den Harnstoffgehalt der Milch gut zu kontrollieren. Die Weidehaltung verringert die Emissionen, weil der Harn in den Boden eindringt und erst dort bis zum Ammoniak umgebaut wird.

Auch in der Mastschweinehaltung gibt es über die Fütterung die größten Effekte. Hier kann die Mehrphasige Fütterung mit einem schrittweisen Absenken des Rohproteingehaltes von 18 auf 15 (zwei Phasen) oder 13 Prozent (drei Phasen) zehn und 20 Prozent der Emissionen einsparen.

In der Legehennenhaltung steigt bei einem Auslauf in der Boden- oder Volierenhaltung die Emissionsmenge um zehn Prozent. In geschlossenen Systemen reduzieren baulich-technische Maßnahmen wie Kotband und Belüftung des Kotbands die Emissionen. Die niedrigsten Ammoniak-Emissionen gibt es in der Kleingruppenhaltung (ausgestalteter Käfig) mit belüftetem Kotband und wöchentlicher Entmistung. Pro Tierplatz entstehen hier nur 40 Gramm NH3 pro Jahr. Die Werte bei der Bodenhaltung mit belüftetem und unbelüftetem Kotband und ein- oder zweiwöchiger Entmistung variieren zwischen 46 bis 91 Gramm Ammoniak.

Roland Krieg; Grafik: Eurostat

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