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Sachsen hat noch Luft nach oben

Landwirtschaft

Sachsen mit Schwerpunkt Fisch

Der sächsische Agrarminister Roland Wöller zeigte sich auf der Grünen Woche sehr zufrieden. Mit einer Umsatzsteigerung von neun Prozent hat die Ernährungswirtschaft im vergangenen Jahr 7,4 Milliarden Euro erreicht. Die umsatzstärksten Branchen sind Milch mit 2,88 Milliarden Euro, Bier mit 577 Millionen und die Obst- und Gemüseverarbeitung mit 508 Millionen Euro. 350 Betriebe beschäftigen 24.000 Mitarbeiter und stellen damit den zweitwichtigsten Wirtschaftsfaktor in Sachsen.
Sorgenkind ist nach Aussage Möller der Export. Die Exportquote konnte zwar von 5,9 auf sieben Prozent gesteigert werden, aber bundesweit sind es 16 Prozent. In absoluten Zahlen werden Waren im Wert von über 570 Millionen Euro exportiert. Im vergangenen Jahr hat das Ministerium mit 19 Aktionen zur Verkaufsunterstützung bei 370 Firmen 5,6 Millionen zusätzlichen Umsatz generieren können. Deshalb ist die Grüne Woche für den Freistaat auch so wichtig. Interessant ist auch das Ausland, aber der chinesische Markt wird für die sächsischen Produkte nur unter der Dachmarke Deutschland zu erschließen sein, räumte Wöller ein.

Fisch aus Sachsen
Sachsen hat mit 8.500 ha Deutschlands zweitgrößte Teichfläche. Jeder vierte Speisekarpfen kommt aus Sachsen. Die Fischzucht hat in Sachsen eine große Tradition und ist mit 800 Jahren sogar älter als Berlin. 60 Haupterwerbsbetriebe bewirtschaften 92 Prozent der Teichfläche und beschäftigen 214 Mitarbeiter. Hinzu kommen doppelt so viele Saisonarbeitskräfte. Außer dem Karpfen wachsen Schleie, Hechte, Zander, Welse und in den Gebirgsregionen auch Forellen heran.

Speisefischerzeugung Sachsen 2005 in Tonnen

Teiche

Talsperren

Netz

Becken

Gesamt

Karpfen

2.826

1

3

2.830

Forelle

311

12

323

Schleie

65

65

Hecht

13

1

14

Zander

4

2

6

Saibling

5

5

Stör

15

10

25

Aal

1

1

Q: SMUL

Direkt vermarktet werden etwa 20 Prozent der Fische, wobei sich West-Ost-Gefälle zeigt. Dr. Wolfgang Stiehle, Präsident des Sächsischen Berufs- und Anglerfischereiverbandes sagte, dass bei den Städten die Direktvermarktung bei 50 Prozent liegt und an der polnischen Grenze bei nur fünf Prozent. Hier gehen die Fische in den Handel bis nach Berlin und Hamburg. Die Tagebauverfüllung bietet der Fischwirtschaft neue Chancen, weil die Wasserqualität besser als in der Brandenburger Lausitz ist. Es lägen schon Anträge für Netzkäfige vor.
Der Verband verbindet die Berufs- und Freizeitfischerei, was Dr. Stiehle als Vorteil sieht: Das gesamte Fischereiinteresse spricht gegenüber der Politik mit einer Stimme.
So ist Teichschutz auch Landschaftsschutz. Seit 1992 werden die Teichwirte bei der naturgerechten Teichbewirtschaftung unterstützt. In diesem Jahr sind es 1,75 Millionen und bis 2013 insgesamt 12 Mio. Euro. Dazu gehören die Schilfpflege und der Verzicht von Düngung und Kalkung im Uferbereich. Dadurch haben sich Tiere wie der Fischotter und der Seeadler erhalten, aber auch weniger bekannte Arten wie die Wassernuss oder Libellen. Der Kormoran ist nach Aussagen von Dr. Stiehle in Sachsen kaum ein Problem, weil er im Freistaat nicht brütet.
Allerdings gibt es in Sachsen ein Problem mit dem eingeschleppten Koi-Herpes-Virus gegen das es kein Hilfsmittel gibt. Das aus Gartenteichen übersprungene Virus hat es in Sachsen leicht, sich zu verbreiten, weil viele Teiche miteinander verbunden sind. Besonders aggressiv wirkt es, wenn bei Fischen noch Stress durch Sauerstoffmangel oder steigenden Temperaturen hinzukommt. Aktuell versucht Sachsen, Virusfreie Gebiete durch längeres Trockenhalten der Teiche im Winter Herr zu erhalten.
Seit 1999 bietet in Guttau das Informationszentrum Sächsische Teichwirtschaft einen Naturlehrpfad zum Olbasee. Besucher können sich hier über die Geschichte und aktuelle Teichwirtschaft in Sachsen informieren. Für das „Schlüsselmuseum“ ist eine Anmeldung erforderlich: 035932 / 31183

Sachsen auf der Grünen Woche finden Sie in der Halle 5.2A

roRo

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