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Sakha Ynaga

Landwirtschaft

Sakha Ynaga: Die Rinder Sibiriens

Vor rund 10.000 Jahren wurden im Mittleren Osten Rinder domestiziert, deren entferntesten Verwandten als Jakutische Rinder, oder das Yakut. Rund um den sibirischen Lena-Strom haben sie sich zu einer eigenen Rasse entwickelt und käuen bei Temperaturen bis zu – 60 °C noch wieder. Im kurzen Sommer leiden sie unter den Mücken. Trotzdem wiegen die weiblichen Tiere zwischen 350 und 400 Kilogramm, die Bullen kommen auf rund 550 Kilo. Bis 1929 wurden die Tiere in Reinzucht gehalten und dann unter anderem mit Simmentaler gekreuzt. Die Milchleistung lag daraufhin 1980 bei gut 1.000 Kilogramm mit 5,13 Prozent Fett je Liter.

Sakha Ynaga
Sakha Ynaga ist der Titel eines Buches finnischer Wissenschaftler, das jetzt herausgekommen ist. Es beschreibt die Yakut-Rinder in der abseits gelegenen Republik Sakha. Ihre genetische Ausstattung, ihre fast gelungene Ausrottung in der sozialistischen Ära und den sozialen und kulturellen Beziehungen der Tiere zu den Menschen. Das Buch will als Aufruf zur Erhaltung der Biodiversität verstanden wissen.
Letztlich gelangte das Yakut-Rind vor rund 1.000 Jahren zusammen mit der Wanderung der Jakuten nach Norden in den sibirischen Permafrost. Sie sind die Überreste der sibirischen-mongolischen Rinderzucht gewesen, die nach genetischen Analysen der Universität Helsinki mit dem MTT Agrifood Research Finland ihre Wurzeln im Mittleren Osten hatten. Die unwirtlichen Lebensbedingungen haben Rind und Mensch einen gemeinsamen Jahresrhythmus aufgezwungen. In dem Buch schildern die Dorfbewohner, wie sie in den langen Wintern und kurzen Sommern ihre Herde am Leben erhalten.

1.200 Rinder
Traditionalisten haben in der sozialistischen Zeit das Einkreuzen anderer Rassen weitgehend verhindert, weswegen in den drei nordsibirischen Regionen Kustur, Sakkyryr und Dzhargalakh heute noch 1.200 reinrassige Yakuts leben. Der größte Teil wird auf der Lenin-Farm gehalten, doch viele Privatpersonen, wie Lehrer aber auch Rentierbesitzer halten sich Yakut-Rinder für den privaten Konsum. Diese Menschen sehen die Rinder auch als lebensnotwendig für sich selbst und der dörflichen Gemeinschaft an. Sie würden gerne eine nachhaltige yakut-Zucht aufbauen. Die Züchter hingegen wollen die Genreserve der Rinder nutzen, um mit den robusten Genen eine größere Milchkuhherde aufzubauen. Die Republik Sakha hingegen hat sich auf die Seite der kleinen Tierhalter geschlagen und ein Gesetz zur Erhaltung der Yakut-Rinder erlassen.

Lesestoff:
Rindergenetik in Russland, in: The State of the World´s Animal Genetic Resources FAO: www.fao.org/documents/
Sakha Ynaga – Cattle of the Yakuts. Granberg, Leo, Soini, Katriina & Kantanen Juha (Eds.); Finnish Academy of Science and Letters; Annales Academiae Scientiarum Fennicae, Humaniora 355; Helsinki 2009, 218 pp. ISBN 978-951-41-1032-0

roRo, Foto: MTT Agrifood Research Finnland

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