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Saudi-Arabien privatisiert Gerstenhandel

Landwirtschaft

Riad subventioniert Tierhalter

Die Organisation für den Getreidehandel in Saudi-Arabien (SAGO) hat in den vergangenen zehn Monaten sechs Gersten-Tender in Höhe von 4,34 Millionen Tonnen gekauft. Das sind aber 21 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Kauf am 25. Januar war wahrscheinlich die letzte staatliche Aktivität, weil SAGO den Gerstenhandel privatisiert und damit die seit Oktober 2016 andauernde Subventionspolitik für Futtergerste in Höhe von elf Prozent aufgibt. Mit der Privatisierung sollen wettbewerbsgerechtere Preise im Land entstehen. Elf Importeure haben nach US-Angaben eine Lizenz ab Ende März erhalten.

Die United Feed Company (UFC) importiert rund 40 Prozent der benötigten Gerste und hat bis September 2021 bereits 1,2 Millionen Tonnen bestellt. In den vergangenen Monaten sind schon fünf Schiffsladungen mit jeweils 300.000  Tonnen Gerste in Saudi-Arabien für die UFC angekommen. Die UFC verkauft die Futtergerste direkt an Landwirte. Der größte Mischfutterhersteller ist die Arabian Agricultural Services Company (ARASCO) und erhält diesen Februar und März rund 120.000 Tonnen Gerste und wird damit  in den Futterrationen Mais ersetzen. Je nach Preisniveau mischen sie Gerste oder Mais.

Saudi-Arabien kauft in diesem Jahr etwa 6,2 Millionen Tonnen Futtergerste ein. Trockenheit hat den Weideaufwuchs verringert. 54 Prozent der Gerste stammt seit Juli 2020 aus Russland, gefolgt von der EU mit 34 Prozent und zehn Prozent aus der Ukraine. Der Importbedarf des Landes bleibt hoch, weil die Regierung den Landwirten die Vorteile von Gerstenmischfutter gegenüber lokalen Futterquellen schmackhaft gemacht hat. Die Importdiversifizierung erlaubt einen Preiswettbewerb zwischen den Importeuren und macht die Importware günstig.

Landwirte erhalten neue Subventionen, sobald sie mehr als 300 Nutztiere von Schafen, Ziegen, Kamelen oder Rinder halten. Für die Tierhalter hält die Regierung ein Volumen von 320 Millionen US-Dollar bereit. Die Bauern bekommen pro Schaf oder Ziege monatlich 2,13 US-Dollar, je Kamel 10,67 und je Rind 16 US-Dollar ausbezahlt. Für Geflügel gibt es ein Extra-Budget in Höhe von 187 Millionen US-Dollar.

Saudi-Arabien baut Gerste selbst auf stabilen 2.000 Hektar mit einem Ertrag von 5 Tonnen pro Hektar an.  

Roland Krieg

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