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Schäfer beklagen Futterknappheit

Landwirtschaft

Schafhaltung: Teures Kraftfutter kleine Weideflächen

Das Schaf ist ein vielseitiges Tier: Es pflegt nicht nur die Landschaft, aus seinem Fleisch kann auch ein Sonntagsbraten zubereitet werden, aus seiner Milch wird Käse hergestellt und aus seinem Fell können Wollsocken oder Handschuhe gefertigt werden. 90 Prozent ihres Einkommens erwirtschaften die Schafhalter jedoch mit dem Verkauf von Lammfleisch, schreibt der Landvolk-Pressedienst. Von August bis Oktober sind die Lämmer schlachtreif – vor dem Aufstallen der Mutterschafe werden nun die Letzten geschlachtet. Wer einen herbstlichen Braten genießen möchte, sollte diese Gelegenheit also noch nutzen. „Mit den Preisen für das Fleisch sind die Schäfer zufrieden, bei der Wolle freuen sie sich, wenn der Erlös den Schurlohn ausgleicht“, lautet die Einschätzung von Klaus Gerdes von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. Bei einem ausgewachsenen Schaf kämen bei der jährlichen Schur rund drei bis vier Kilogramm Wolle zusammen, die von Wollhändlern mit einem Euro je Kilogramm bezahlt würden.

„Ein großes Problem ist die Futterknappheit“, berichtet Gerdes. Hohe Kraftfutterpreise und immer kleinere Weideflächen machen den Schäfern zu schaffen. Ein neues Einsatzgebiet für die Schafe hat sich allerdings in den sogenannten Solarparks ergeben. „Die Flächen müssen gepflegt werden, es sind aber nicht alle Mähgeräte dafür geeignet, weil umherfliegende Steine die Solarmodule beschädigen könnten“, sagt Gerdes. In diese Nische passen die Schafe – wenn beim Bau darauf geachtet wurde, dass alle Kabel in Schächten verschwunden sind.

In den klassischen Einsatzgebieten an Deichen und in Naturschutzgebieten gibt es meist keine Alternative zum Schaf. Der Rückgang der Schafhalter fällt deshalb in Niedersachsen weniger gravierend aus, als in anderen Bundesländern. Insgesamt weideten 2012 hier 235.912 Muttertiere und Böcke. Für die meisten Schafhalter bleiben die Tiere jedoch ein Hobby: 90 Prozent halten weniger als 20 Tiere. Nur rund 75 der 12.145 (Vorjahr: 12.347) niedersächsischen Schäfer nennen eine Herde von mehr als 500 der kleinen Wiederkäuer ihr Eigen. Sie alle eint jedoch die Angst vor dem Schmallenberg-Virus, das im vergangenen Frühjahr zu zahlreichen toten Lämmern geführt hatte. Die Schäfer hoffen nun, dass die Muttertiere genügend Antikörper gebildet haben, um gegen das Virus geschützt zu sein. Der Ausbruch der Viruserkrankung hatte auch zu Einbrüchen im Export, vor allem nach Russland und in die Ukraine geführt.

LPD; Foto: roRo

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