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Schlagteilung statt Sandsäcke

Landwirtschaft

Beitrag der Landwirtschaft gegen Hochwasser

Wenn Soldaten Sandsäcke schultern ist es bereits zu spät. Statt Schäden später einzudämmen setzen Forscher der Universität Hohenheim präventiv auf die Landwirtschaft als einen wesentlichen Faktor, um die Hochwassergefahr zu dämpfen.

Leitfaden entwickelt
In einem einfachen praxisnahen Leitfaden präsentieren sie 12 Einzelmaßnahmen samt Umsetzungstipps und Kosten. Das 24-seitige Handbuch für Anwender entstand im Rahmen des internationalen Forschungsprojektes AMEWAM (Agricultural Measures for Water Management and their Integration into Spatial Planning). Dabei erprobten ein Forscherteam zusammen mit Landwirten ausgewählte Maßnahmen im Hinblick auf ihre abflusshemmende und erosionsreduzierende Wirkung in drei Beispielregionen in Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland.
Im Zuge des Klimawandels werden extreme Wetterlagen, sintflutartige Regenfälle und Hochwasserkatastrophen weiter zunehmen – mit erheblichen volkswirtschaftlichen Kosten. „Allein das Elbhochwasser im Jahr 2006 verursachte einen Schaden in Höhe von 120 Mio. Euro,“ bilanziert Prof. Dr. Stephan Dabbert vom Institut für Landwirtschaftliche Betriebslehre der Universität Hohenheim.
Wenn es gelingt das Wasser, das auf landwirtschaftliche Flächen regnet, möglichst langsam abfließen zu lassen, braucht man weniger Dämme in der Landwirtschaft. Eine Kombination einfacher Maßnahmen kann dabei sehr effektiv sein. „Werden etwa lange Hänge mit unterschiedlichen Ackerkulturen bestellt, so bremst das den Wasserabfluss“, nennt Prof. Dabbert die Schlagteilung als eine von 12 Maßnahmen. „Einzeln betrachtet ist jede Maßnahme relativ simpel. Angesichts der großen Flächen, die landwirtschaftlich genutzt werden, ist die Wirkung jedoch enorm.“
Die Maßnahmen wurden nicht nur getestet, sondern Kosten und Nutzen auch bilanziert.“

Lesestoff:
Die Broschüre „Landwirtschaftlicher Hochwasserschutz“ kann unter www.uni-hohenheim.de/i410a/steckbriefe bestellt werden.
Was das britische Center for Ecology and Hydrology zur britischen Flut und Landwirtschaft sagte, erfahren Sie hier.

Uni Hohenheim

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