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Schutz vor multiresistenten Keimen

Landwirtschaft

Bund will kein Extraprogramm zu multiresitenten Keimen

Der Umweltausschuss des Bundestages hat den Antrag von Bündnis 90/Die Grünen „Unser Wasser vor multiresistenten Keimen schützen“ abgelehnt. Auf der Basis von Funden multiresistenter Keime in Gewässern im Februar dieses Jahres hatte die Fraktion umfangreiche Maßnahmen von der systematischen Datensammlung über Definition von Grenzwerten sowie neuen Prüfkriterien bei der Medikamentenentwicklung vorgeschlagen.

Union, SPD und die FDP wollen erst die zum Thema laufenden Forschungsprogramme abwarten, um genaue Eintragswege zu identifizieren und zu schließen. Unter dem Begriff „HyReKa“ [1] läuft im Bundesforschungsministerium das Projekt, wie diese Keime über Toiletten und Kläranlagen in Gewässer gelangen und wie sie sich dort verhalten. Klar jedoch ist, dass die „in Deutschland üblichen Abwasserbehandlungsverfahren … nicht für die Elimination unerwünschter Bakterien und Antibiotikaresistenzgene ausgelegt“ sind, weiß Thomas Schwartz vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Mit Hilfe von Tracking Tools können die Experten die Wege der Keime verfolgen. Das Projekt will Handlungsempfehlungen für die Politik erstellen.

Die Linke unterstützte den Antrag und will vor allem den Einsatz von Antibiotika generell und besonders den Einsatz von Reserveantibiotika in der Landwirtschaft minimieren. Zudem habe die Anhörung von Experten im Juni gezeigt, dass Forschung gegen multiresistente Keime ausgeweitet werden müsse.

Die AfD kennt HyReKa nicht und fordert: „Es sei zudem ein systematischer Forschungsansatz nötig.“

Die mitberatenden Ausschüsse Agrar, Gesundheit und Forschung haben die Ablehnung mitgetragen.

Lesestoff:

[1] HyReKa steht für „Biologische bzw. hygienisch-medizinische Relevanz und Kontrolle antibiotikaresistenter Keime und deren Bedeutung in Rohgewässern“ https://www.bmbf.de

Roland Krieg

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