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Schwälbchen und Kälbchen

Landwirtschaft

Schwalben dürfen im Kuhstall bleiben

Brütende Schwalben in Kuh- und Hühnerställen dürfen bleiben. Aus Gründen der Seuchenprävention hatten Tierärzte in Niedersachsen in jüngster Vergangenheit die Nester entfernen lassen. Dazu besteht keinerlei Anlass, stellt Agrarminister Christoph Meyer am Mittwoch fest. Naturschützer und Landwirte haben sich über die Entfernung beschwert, waren aber nicht sicher, ob das veterinärrechtlich in Ordnung sei.

Meyer hatte vor seiner Entscheidung sogar das Bundeslandwirtschaftministerium nach seiner Einschätzung gefragt. Auch dort wurde das Risiko der Verbreitung von Tierseuchen durch Schwalben als „vernachlässigbar“ angesehen. „Daher kann hier dem Artenschutz der Vögel Vorrang gegeben werden“, sagte Meyer. Das habe er in einem Brief an die Veterinärämter mittlerweile auch klargestellt.

Oftmals sind Ställe noch die einzige Nistmöglichkeit für Schwalben auf dem Land. Rauchschwalben nisten direkt unter der Stalldecke wo sie die meisten Insekten finden. Sie bauen ihre offenen Nester aus Lehm und Ton und nutzen auch das Stroh aus dem Stall. Mehlschwalben bauen geschlossene Nester außerhalb des Stalls unter Dachüberständen und sind deshalb auch oft in Wohngebieten anzutreffen. Zudem pflegen sie das Ökosystem. Während der Brutzeit verfüttert ein Schwalbenpaar rund ein Kilo Insekten. Das sind 250.000 Mücken, Fliegen und Bremsen. Stallfliegen sind sogar als Überträger von Salmonellen bekannt. Da arbeiten die Schwalben als „Gesundheitspolizei“, so Meyer.

Rauch-, Mehl und Uferschwalben stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

roRo

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