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Schweine ohne Soja?

Landwirtschaft

Zu wenig Alternativen für Sojaersatz

Der Verzicht auf gentechnisch veränderte Futterpflanzen konnte in der jüngsten Vergangeneheit in der Milchviehfütterung auf Anforderungen des Handels schnell umgesetzt werden. Diskutiert wird immer wieder die Ausweitung auf den Schweinebereich. Diesen Sommer hat ein Discounter „gentechnikfreies Schweinefleisch“ gelistet. Zuletzt auf dem Mitteldeutschen Schweinetag Mitte Oktober. Dr. Manfred Weber von der Landesanstalt für Landesanstalt und Gartenbau Sachsen-Anhalt (LLG) zeigte sich skeptisch. In einzelnen Bereichen wie der Mast und bei tragenden Sauen sei eine Fütterung ganz ohne Sojaschrot möglich. Sojaimporte stammen überwiegend aus gentechnisch veränderten Pflanzen. In anderen Bereichen ist zur Absicherung der Leistung die Sojaschrotfütterung jedoch notwendig.

Alternativen wie Rapsschrot, Körnerleguminosen und GVO-freies Soja stehen nicht in ausreichender Menge zur Verfügung. Zudem wandere derzeit Rapsschrot in den Trog der Milchkühe, weil der Wiederkäuer es besser verwerten kann. Nach Prognose von Dr. Weber wird der Milchviehbereich nahezu alle Reserven gentechnikfreien Futters aufnehmen.

Allerdings kann die Einsatzmenge von Sojaschrot in der Schweinefütterung reduziert werden. Das mindere zumindest den Importdruck aus Übersee. Eine Proteinreduzierte Fütterung könne unter größerem Einsatz von kristallinen Aminosäuren, wie sie auch als Nahrungsergänzungsmittel beim Menschen auf dem Markt sind, umgesetzt werden.

Erbsen und Ackerbohnen sind nach wie vor gute Alternativen und derzeit im eigenen Betriebe wirtschaftlicher einzusetzen, als über den Landhandel. Bei Mastschweinen können Erbsen eine bessere Futtervertung erzielen. GVO-freies Soja ist eine Kostenfrage. Es ist bis zu 15 Euro je Dezitonne teurer.

Roland Krieg

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