Smart Villages

Landwirtschaft

Breitband erhält Landwirte und Genossenschaften auf dem Land

Copa und Cogeca betonten heute bei einer Veranstaltung zu „Smart Villages“ in Brüssel, dass die Landwirte und landwirtschaftlichen Genossenschaften der EU die treibenden Kräfte des ländlichen Raums seien und es unerlässlich sei, entsprechende Infrastrukturen und Breitband-Verbindungen einzurichten, um ihn zu erhalten.

Bei der von den Europaabgeordneten Tibor Szanyi und Franc Bogovič ausgerichteten Veranstaltung sagte EU-Kommissar Phil Hogan: „Mit Smart Villages beginnen wir, hinsichtlich einiger der Zielsetzungen und Empfehlungen der Erklärung von Cork 2.0, „Ein besseres Leben in ländlichen Gebieten“, Ergebnisse zu liefern.“ Er erklärte, dass sie eine thematische Arbeitsgruppe zum Thema Smart Villages innerhalb des Europäischen Netzwerks für ländliche Entwicklung ins Leben rufen werden, welche Akteure mit praktischer Erfahrung, Politiker und Wissenschaftler zusammenbringt. Dies könne für unsere zukünftigen Überlegungen Denkanstöße liefern. EU-Kommissarin Cretu hob den Nutzen erneuerbarer Energien für eine CO2-arme Wirtschaft hervor und betonte, dass die digitale Kluft überwunden und alle Dörfer mit Breitband ausgestattet werden müssten.

Tibor Szanyi unterstrich den Erfolg der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) hinsichtlich der Versorgung mit hochwertigen Lebensmitteln zu erschwinglichen Preisen für die Verbraucher, warf aber ein, dass das Leben in ländlichen Gebieten nicht attraktiv genug sei, um das Potenzial auch für die Landwirte voll auszuschöpfen. Derweil warnte Franc Bogovič vor der Abwanderung aus ländlichen Gebieten, wenn nicht ausreichend über Smart Villages gesprochen werde, um die Attraktivität des ländlichen Raums für junge Menschen zu erhöhen.

In seiner Rede betonte Copa-Cogeca-Generalsekretär, Pekka Pesonen: „Wir begrüßen die Initiative zum Thema „Smart Villages“, welche nicht nur von enormer Bedeutung für die Landwirtschaft, sondern für ländliche Gebiete insgesamt ist. Die Umsetzung der Erklärung von Cork 2.0, „Ein besseres Leben in ländlichen Gebieten“, ist essenziell, um dafür zu sorgen, dass die richtigen Instrumente für einen nachhaltigeren und intelligenteren ländlichen Raum zur Verfügung stehen.“

„Die Landwirte sind nicht nur die ersten Erzeuger von Lebensmitteln, sie sind auch die ersten weltweiten Exporteure von Agrar- und Lebensmittelerzeugnissen und spielen eine entscheidende Rolle im Hinblick auf den Erhalt natürlicher Ressourcen, die Schaffung von Wachstum und Arbeitsplätzen in ländlichen Gebieten sowie den Erhalt einer attraktiven Landschaft für Agrartourismus. Sie investieren bereits und wenden innovative Lösungen an, um wettbewerbsfähig und nachhaltig zu bleiben und durch Effizienz mehr mit weniger Ressourcen zu produzieren sowie auf die gesellschaftlichen Anforderungen einzugehen. Dies erfordert jedoch einen Werkzeugkasten, welcher auch Smart Villages enthält, um junge und neue Einsteiger in den Sektor anzuziehen. Die Verbindung des ländlichen und städtischen Raums ist entscheidend, da Städte einen wichtigen Markt für Landwirte und ihre Genossenschaften darstellen. Gleichzeitig hängen die Städte im Hinblick auf Lebensmittel und ländlichen Tourismus von ländlichen Gebieten ab. Diese Kluft müssen wir überbrücken!“, so Pesonen. 

„Wir müssen den Verbraucher der ländlichen Wirklichkeit näher bringen. Smart Villages spielen hier eine entscheidende Rolle. Wir müssen alle verfügbaren Fonds bestmöglich nutzen, nicht nur die landwirtschaftlichen Fonds. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) inklusive der ländlichen Entwicklungspolitik und den Aktivitäten der ländlichen Netzwerke erbringt bereits großen Nutzen für die ländliche Gemeinschaft. Wir müssen uns aber auch auf den Europäischen Strukturfonds und den Europäischen Fonds für strategische Investitionen konzentrieren, welche stärker zu Investitionen in ländliche Gebiete beitragen müssen, um Infrastruktur und Bildung zu verbessern und erneuerbare Rohstoffe besser zu nutzen. Zugang zu Breitband-Verbindungen ist letztendlich nicht nur für die Umsetzung von Technologien der intelligenten Landwirtschaft von Bedeutung, sondern für alle Arten von KMU in ländlichen Gebieten. Smart Villages müssen vernetzt sein, nicht nur digital, sondern auch durch öffentliche Verkehrssysteme, Busse und Züge. Es bedarf überregionaler Planung, um für eine funktionierende und kosteneffiziente Verkehrsinfrastruktur zu sorgen“, betonte Pesonen.

„Die neue Datenversorgungskette platziert die Landwirte in einen neuen Kontext und definiert ihre Rolle in der Versorgungskette neu. Der Landwirt verbleibt im Zentrum der Datenerhebung und -verarbeitung. Wir brauchen ein gutes Gleichgewicht, welches sicherstellt, dass der Landwirt einen angemessenen Erlös aus seinen Daten bekommt, und garantiert, dass Landwirte über Kontrolle und Zugang im Hinblick auf landwirtschaftliche Daten verfügen.“

Pesonen unterstrich abschließend, dass Landwirte und ländliche Gebiete nur mit einem starken GAP-Haushalt und verstärkter Unterstützung aus den anderen Fonds in der Lage sein werden, mehr intelligente Lösungen umzusetzen und zukünftige Herausforderungen besser zu bewältigen.

Amanda Cheesley (Copa Cogeca) / roRo

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