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Sorge bei der EU-PSM-Verordnung

Landwirtschaft

IVA zeigt Kulturen mit und ohne PSM

Der Text über die neue Pflanzenschutzmittel-Verordnung liegt in der ersten Lesung vor. Im Herbst geht es weiter, aber ob es eine generelle Umkehr geben wird, ist fraglich. Der Industrieverband Agrar (IVA) hat auf den Feldtagen der DLG in Thüringen verschiedene Streifen mit Ackerpflanzen angelegt. Jeweils drei für eine Kultur. Auf der ersten Parzelle wurde die Kultur überhaupt nicht behandelt, auf der zweiten wurde sie nach den möglichen neuen Vorgaben behandelt und auf der dritten Fläche nur nach Vorgabe der Guten Fachlichen Praxis gearbeitet. Bei den Zuckerrüben ist es am extremsten: Die Rüben sind auf der unbehandelten Fläche zwischen anderen Gräsern und Kräutern nicht mehr zu finden. Der IVA ist in Sorge, weil wohl möglicherweise bis zu 80 Prozent der Insektizide wegfallen.

Fragestellung bei den Bauern noch nicht angekommen
Was genau wegfällt ist oftmals noch Interpretationssache, heißt es auf den Ständen der Feldtage. Selbst ein Vortrag eines Vertreters aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium hinterließ bei den Pflanzenschutzexperten mehr Ratlosigkeit denn Klarheit.
Bei den Bauern ist das Thema noch gar nicht angekommen. Annette Engeroff am Versuchsstand der IVA erklärt auch warum: Umgesetzt wird die Verordnung erst 2009, dann gibt es eine fünfjährige Umstellungsphase mit Ausnahmeregelungen – und dann erst sind die ersten Wirkstoffe weg. Bei Sonderkulturen wie Hopfen und bei manchen Kleinkulturen im Obst- und Gemüsebau blieben die Auswirkungen zunächst regional.
Annette Engerott sagt aber auch, dass die unbehandelte Fläche im Versuchsaufbau nicht mit dem ökologischen Anbau zu vergleichen ist. Dort sehen die Bestände durch Vereinzeln der Pflanzen und mechanisches Hacken auch gepflegt aus. Aber: Durch den Pflanzenschutz sind die hohen Erträge der Gegenwart erst möglich. Fielen diese weg, würden die Lebensmittel noch teurer werden.

roRo

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