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Sorgen um den Markt für Bio-Schweine

Landwirtschaft

Die Angst der Vermarkter vor der Umstellung

Solange Bio in der Nische blieb, war es ein Nachfragemarkt, der hohe Preise nach sich zog. Höhere Arbeits- und Betriebskosten konnten ohne Weiteres über den Markt an die Verbraucher weiter gegeben werden. Mit dem Größenwachstum hingegen mehren sich die Schwierigkeiten.

Konventionelle Landwirte stellen um und bringen neue Volumen auf den Markt. Der ist mittlerweile nicht immer im Gleichgewicht. Bio-Molkereien regulieren mit einem Aufnahmestopp die Menge am Markt und sichern den hohen Preisabstand gegenüber dem konventionellen Milchpreis. Bei Getreide funktioniert das gerade nicht. Eine aktuelle Umstellungswelle von Ackerbaubetrieben hat zu Überschüssen auf dem Bio-Getreidemarkt geführt. Landwirte müssen ihr Getreide zum Teil zu konventionellen Preisen abgeben. Wie sich nach weiteren Umstellungen im nächsten Jahr ergibt, wird sich zeigen.

Ohne Sorgen ist auch der Bio-Schweinemarkt nicht. Mit nur einem Anteil von 0,6 Prozent am Schweinemarkt, können größere Umsteller oder Importe aus den Niederlanden und Dänemark schon das Marktgleichgewicht stören. Die Arbeitsgemeinschaft  Bioschweinehalter e.V. (ABD) weiß um den Spagat, neue Umsteller gewinnen zu wollen, aber den Markt auch im Gleichgewicht halten zu müssen.  Umstellungsinteressierte oder Betriebe mit Aufstockungswunsch sollen anonym in einer Datenbank erfasst werden, damit die Mengen frühzeitig erkennbar sind. „Wenn unkontrolliert Öko-Schweine verschiedenen Vermarktern angeboten werden, erzeugt das unmittelbar Preisdruck auf alle. Das muss vermieden werden“, heißt es beim ABD-Jahresausblick 2019. Außerdem könne eine bedarfsgerechte Fütterung mit heimischen Bioeiweißmitteln schon jetzt Biogeflügel und Bioschweine nicht ernähren.

Seit zwei Jahren ist der Bestand an Bioschweinen in Deutschland um 30 Prozent gewachsen. Der Handel kann nicht immer mit Ware versorgt werden. Dennoch habe vor allem die bundesweit agierende Friland J. Hansen aus Kiel die Preise zu Jahresbeginn gesenkt. Die Kieler exportieren Bio-Fleisch ihrer Vertragslandwirte auch nach Österreich, Dänemark, Italien, die Niederlande, Schweden und Griechenland. Die Friland J. Hansen gehört der dänischen Danish Crown-Tochter Friland A/S.

roRo

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