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Spanische Wegschnecke breitet sich aus

Landwirtschaft

Wie sich die Spanische Wegschnecke ausbreitet

Schnecken rufen weltweit hohe Schäden bei vor allem krautigen Nutzpflanzen auf. Mehrjährige Kulturen und Pflanzen mit einem hohen Bedeckungsgrad des Bodens, wie auch Sonnenblumen und Raps bieten den Schnecken nach einem milden Winter eine gute Gelegenheit zur Vermehrung. Fehlen extreme Temperaturen und gibt es genug Niederschlag, vermehren sie sich rasant.

Schnecke ist nicht gleich Schnecke. Sie haben verschiedene Lebensräume. Mit den Egelschnecken, Kielnacktschnecken und den Wegschnecken kennen Zoologen drei Gattungen der Lungenschnecken. Das Atemloch sitzt entweder hinten, in der Mitte oder im vorderen Teil des Körpers.

Zu den Wegschnecken gehören die großen Schädlinge Gemeine Wegschnecke (Arion rufus), die Spanische Wegschnecke (Arion lusitanicus) und die Gartenschnecke (Arion hortensis).

Arion rufus wird auch als rote Wegschnecke bezeichnet. A. lusitanicus hat sich den Ruf erarbeitet, der schlimmste Schneckenschädling der Welt zu sein. Bislang ist die die Spanische Wegschnecke im Südwesten Europas zu Hause gewesen. Doch so langsam breitet sie sich seit mehr als 50 Jahren nach Norden aus.

Jetzt haben Wissenschaftler des Senckenberg Museums für Naturkunde Görlitz anhand von 3.500 gesammelten Tieren festgemacht, wie sich das Tier ausbreitet. A. rufus und A. lusitanicus sind eng verwandt und kreuzen sich. Nach einigen Generationen aber verschwindet aber der Anteil des Roten Genoms. Die Spanier hingegen nutzen offenbar regionale Genvarianten und kommen aus der Verkreuzung gestärkt hervor.  Die Rote Wegschnecke verschwindet aus der Natur.

Die Schwarze Wegschnecke hingegen kommt vorwiegend in naturnahen Wäldern vor. Sie blieb bislang von der Spanischen Wegschnecke verschont. Sie rückt aber vor allem durch das Müllabladen auch in die Wälder vor und engt auch den Lebensraum der Schwarzen Wegschnecke ein.

Im Kampf gegen Schnecken gehen Landwirte und Gartenbesitzer unterschiedslos gegen alle Arten vor. Dabei, betont Expertin Katrin Schniebs im Gespräch mit dem Wissenschaftsmagazin Spektrum, sind auch die Schnecken bedroht: „Warum interessiert es offenbar niemanden, dass in Deutschland in den letzten 100 Jahren schon 14 Schneckenarten ausgestorben sind, 106 Arten extrem selten, 43 Arten sehr selten und 56 selten sind? Nur 78 Arten gelten überhaupt noch als ungefährdet und nur noch sechs als häufig“.

Roland Krieg

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