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Stabilisierende Steueroptimierung für Landwirte

Landwirtschaft

Liquidität und Bilanz retten

Angesichts der Milchkrise hat die Bundesregierung die EU-Hilfen für Landwirte auf 116 Millionen Euro verdoppelt. Nach wie vor befinden sich viele Milchbauern in einer bedrohlichen finanziellen Lage. Da ein Ende der Milchkrise noch nicht abzusehen ist, sollten parallel zu den zusätzlichen Bundeshilfen Wege zur Steueroptimierung genutzt werden, um das Unternehmen über einen längeren Zeitraum zu stabilisieren.

Dazu erklärt Dr. Marcel Gerds, Steuerberater und Leiter von ETL Agrar & Forst: „Bei der aktuell angespannten Liquiditätslage vieler Betriebe ist es wichtig, dass kein Geldabfluss durch Steuern eintritt. Die Vorauszahlungen zur Einkommensteuer bzw. Körperschaft- und Gewerbesteuervorauszahlungen basieren jedoch auf den Ergebnissen vorangegangener Wirtschaftsjahre, bei denen der Betrieb möglicherweise besser dastand. Zwar werden die Vorauszahlungen mit Erlass des entsprechenden Bescheides erstattet, das kann jedoch längere Zeit in Anspruch nehmen. Bereits vorher sollte also der Betrieb die Vorauszahlungen herabsetzen lassen, um die nötige Liquidität im Betrieb zu halten. Hierfür kann beim Finanzamt ein Antrag auf Herabsetzung gestellt werden. Wenn kein Gewinn erwartet wird, sollte beantragt werden, die Vorauszahlungen ganz auszusetzen. Daneben besteht bei der Erstellung des Jahresabschlusses die Möglichkeit, den Gewinn durch Sonderabschreibungen weiter zu minimieren.

„Für Banken und Lieferanten als mögliche Kreditgeber ist die Bilanz des landwirtschaftlichen Betriebs entscheidend. Um diese aufzuwerten, sollte die Möglichkeit der sogenannten vereinfachten Kapitalherabsetzung geprüft werden. Dadurch können bilanzielle Verluste gemindert bzw. bilanzielle Gewinne erhöht werden. Neben den steuerlichen und bilanziellen Maßnahmen sollten natürlich auch betriebswirtschaftliche Aspekte berücksichtigt werden. Wer nur die einmaligen Bundeshilfen in Anspruch nimmt, kann später erneut in eine Schieflage geraten. Daher sollte jeder Landwirt heute alle Möglichkeiten stabilisierender Steueroptimierungen prüfen.“

Sascha Steuer (ETL-Gruppe)

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