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Startschuss Bionergie-Wettbewerb

Landwirtschaft

Wettbewerb Bioenergie-Regionen

>Die Klimapakete der Bundesregierung und der EU setzen Maßstäbe, dem Anbau nachwachsender Rohstoffe Taten folgen zu lassen. Es gibt aber auch Gegenwind, wie die Lebensmittelbranche auf der Grünen Woche zeigte.
1,7 Millionen Hektar werden in Deutschland bereits mit Energiepflanzen bebaut. Bayern hat gerade belegt, mit welchen Ideen kleine Biogasanlagen zu größeren und effektiveren Verwertungsstationen zusammen geführt werden können. Doch wie der ländliche Raum letztlich durch die Herausforderung des Anbaus sein Gesicht verändert und ob nicht doch „Maiswüsten“ entstehen – ist auch eine Planungsangelegenheit.
So hat das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMELV) gestern in Berlin den Startschuss für den Wettbewerb „Bioenergie-Regionen“ gegeben, der nicht nur den Ausbau des Wirtschaftszweiges Bioenergie fördern und die wirtschaftliche Entwicklung des ländliches Raumes voranbringen soll, sondern auch darauf achten möchte, dass neben der regionalen Wertschöpfung auch die Nachhaltigkeit des Anbaus gewährleistet bleibt. Am Ende könnten Muster entstehen, die als Vorbilder taugen.

Regionen und Kommunen
Nach Ursula Heinen, Parlamentarische Staatssekretärin des BMELV baut der Wettbewerb auf der Initiative Regionen Aktiv auf. Die beteiligten Akteure vernetzen sich.
Insgesamt stehen 7,7 Millionen Euro zur Verfügung. Für die 16 ausgewählten Regionen jeweils 400.000 Euro.
Dr. Andreas Schütte, Geschäftsführer der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR), beschreibt den Fahrplan:

Ab sofort können sich Regionen und Kommunen mit einer fünfseitigen Skizze bis zum 30. Juni bewerben. Im darauffolgenden Monat werden die 30 teilnehmenden Regionen von einer noch näher zu bestimmenden Jury aus Wissenschaftler und Repräsentanten von Nichtregierungsorganisationen ausgewählt. Bis zum November werden die Regionen komplexe Regionalentwicklungskonzepte ausarbeiten und die Jury wird bis Februar 2009 bis zu 16 Regionen auswählen und drei Jahre lang die Konzepte begleiten und unterstützen. Im Herbst 2012 wird die beste Umsetzung prämiert.
Der Wettbewerb richtet sich hauptsächlich an Regionen und Kommunen. Sie können bereits über ein Netzwerk verfügen, können es für den Wettbewerb aber auch erst aufbauen.
Dr. Schütte weist darauf hin, dass die Wettbewerbsgelder keine Investitionsförderungen sind. Die Gelder stehen für Reise- und Personalkosten, Qualifizierung der Akteure, Studien, Evaluierungen oder Maßnahmen zur Beteiligung der Öffentlichkeit zur Verfügung. Einzelne Dörfer bis hin zu Landkreisen, Naturparke oder Stadtwerke können sich bewerben.

Netzwerke
Brandenburg hat beispielsweise gerade erst eine Kooperation mit der Universität Stettin zum gemeinsamen Einsatz erneuerbarer Energien getroffen. Da aber die Fördergelder im Wettbewerb nationalen Quellen entstammen, sind grenzüberschreitende Regionen vom Wettbewerb ausgeschlossen, teilte Dr. Schütte Herd-und-Hof.de mit. Allerdings kann ein Netzwerk partizipieren, das über den eigentlichen Wettbewerb mit europäischen Nachbarländern zusammen arbeitet. Ausgeschlossen wären auch rein marktwirtschaftliche Strategien, wie die Biogasanlage in Penkun mit 40 Biogasmodulen. Hier stelle sich, so Dr. Schütte sicher auch die Frage nach der Nachhaltigkeit im ländlichen Raum. Die Idee Haushalte in dünn besiedelten Regionen mit einem Fernwärmenetz zu versorgen, fände auch keinen Zuspruch.
Die Teilnehmer sollen durch den Wettbewerb auch untereinander lernen, Nachhaltigkeit und ökonomische Effizienz mit einander zu verbinden. Man wolle beim Anbau von Energiepflanzen genau hinschauen, welche Auswirkungen dabei entstehen.

Jühnde und ENOB
Heute und morgen wird an der Universität Göttingen der Projektabschluss zum Energiedorf Jühnde vorgestellt. Druckfrisch dazu wurde in Berlin schon einmal der Leitfaden „Wege zum Bioenergiedorf“ vorgestellt. Als weiteres gelungenes Beispiel wird die Clusterinitiative ENOB in Brandenburg genannt. Der Wettbewerb will mit den Beispielen die Richtung aufzeigen, wohin sich der Anbau nachwachsender Rohstoffe entwickeln soll.

Lesestoff:
Details zur Bewerbung mit genauem Fahrplan und Anforderungen für den Wettbewerb finden Sie unter www.bioenergie-regionen.de
Den Leitfaden „Wege zum Bioenergiedorf“ mit dem konkreten Beispiel Jühnde von den ersten Aktivitäten über konkrete Schritte bis zur Vorplanung, der Bauplanung und letztlich dem Normalbetrieb finden Sie unter www.fnr.de

roRo; Foto: roRo

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