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Tannennadel als Süßstoff

Landwirtschaft

Chemikerin will „Tannennadel“ weiter verwenden

Den meisten Menschen ist es egal, ob eine Kiefer, eine Douglasie oder eine echte Tanne zu Weihnachten im Wohnzimmer steht. Hauptsache grün. Im Vereinten Königreich werden jährlich rund sieben Millionen Christbäume nach Weihnachten „entsorgt“. Die Chemikerin Cynthia Kartey von der Sheffield Universität hat sich Gedanken über die Nadeln gemacht, die als Lignocellulose nur schwer kompostierbar sind. 85 Prozent der Nadeln bestehen aus Lignocellulose.

Sie will die Nadelblätter upcyceln und in Bioraffinerien mit Hitze und Glycerin aufbrechen und ein flüssiges Bioöl und feste Biokohle gewinnen. Das Bioöl enthält Glucose, Essigsäure und Phenol. Daraus lassen sich Süßstoffe, Farbe und Klebstoffe herstellen. Der Herstellungsprozess ist nach Aussage von Kartey umweltfreundlich und hinterlässt keine Reststoffe.

Nachdem der Nadelbaum das Wohnzimmer zur Weihnachtszeit geschmückt hat, dekoriert die Farbe aus seinen Nadeln später das gleiche Zimmer, schwärmt die Chemikerin. Studienleiter James McGregor weiß, dass die Bio-Ökonomie künftig immer wichtiger wird. Sein Institut für chemische und biologische Technik arbeitet bereits an der Zukunft für ein emissionsarmes Königreich.

Roland Krieg

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