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Theaterschafe in Altusried

Landwirtschaft

Demeter-Schafherde mit tragender Rolle

>Die Merino-Schafe stammen ursprünglich aus Spanien und leiten ihren Namen vom Berber-Stamm Beri-Merines ab, der im 12. Jahrhundert von Nordafrika auf die iberische Halbinsel kam. Im 18. Jahrhundert kamen die Schafe erstmals nach Deutschland. Im nächsten Jahrhundert wurden englische Fleischrassen eingekreuzt und vor allem östlich der Elbe gibt es noch heute das Merinofleischschaf.
Das Merino-Landschaf hingegen findet als Feinwollschaf noch in Süddeutschland und besonders in Württemberg Verwendung - 1887 wurde das weißköpfige Schaf erstmals auf einer Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) vorgestellt. Es entstand eine Lokalrasse, die mit der Bezeichnung "Württemberger" noch bis 1906 einen eigenständigen Namen hatte. Diese Bezeichnung ist heute kaum noch bekannt.

Die Schäferin Johanna
Die Freilichtspiele in Altusried bei Kempten im Allgäu haben eine mittlerweile 125jährige Tradition und ziehen alle vier Jahre von Juni bis August rund 80.000 Besucher an. Gespielt wird in diesem Jahr "Die Jungfrau von Orleans", die als lothringisches Bauernmädel plötzlich im von England geschlagenen französischen Heer auftaucht und den göttlichen Auftrag ausführt, Frankreich zu erretten. Bis dahin war Johanna Schäferin von Beruf. Was also lag näher, als ihr auf der Bühne wirkliche Schafe an die Seite zu setzen?
Schäfer Markus Schenk war aufgeregter als seine 360 Mutterschafe und Lämmer, die gelassen über die Freilichtbühne im bayrischen Altusried marschieren. Zum ersten Mal spielen jetzt tierische Schauspieler eine Rolle. Und das sind nicht irgendwelche, sondern stammen aus der Herde des biologisch-dynamisch wirtschaftenden Schäferei-Betriebes von Markus Schenk aus der Oberpfalz.
Die Tiere empfinden die 4.500 qm große Naturbühne als durchaus angemessenen Platz für ihren großen Auftritt. Die kleinen Einlagen der Schafe erheitern das Publikum und fordern die Schauspieler zu spontanen Aktionen heraus, beschreibt Demeter die ersten Auftritte:
"Für uns ist es nicht nur ein gelungener Auftritt, sondern auch eine interessante Möglichkeit, über unsere Bio-Haltung der Schafe ins Gespräch zu kommen," betont Schäfer Schenk. Die Wollproduktion spielt heutzutage keine Rolle mehr in der Schafhaltung, sondern neben der Landschaftspflege noch die Lammfleischproduktion. In der Regel sind die meisten Herden klein und werden direkt vermarktet direkt, sagt Renée Herrnkind, Pressesprecherin von Demeter. Schenks Schafe werden nur auf biologische anerkannten Flächen geweidet - auch jetzt während ihrer Zeit als Kulturschaffende. Die Gemeinde Altusried hat extra 25 Hektar Wiesen eines Bio-Landwirts angepachtet, damit ihre Hauptdarsteller optimal versorgt sind.

Bis zum 21. August gibt es jedes Wochenende drei Auftritte der Altusrieder Freilichtspiele. Über das Theaterstück können Sie sich unter www.altusried.de informieren, über Deutschlands ältesten Ökoverband unter www.demeter.de

roRo

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