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Thema Glyphosat ohne Ergebnis

Landwirtschaft

Glyphosat-Streit in Berlin und Brüssel

In Berlin hat der Bundestagabgeordnete Harald Ebner am Donnerstag mit Hilfe eines Plagiatsprüfers den Bewertungsbericht des Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als Plagiat kritisiert. Ganze Seiten wurden zum Vergleich mit Textmarker gekennzeichnet, wo Monsanto als Hersteller des umstrittenen Pflanzenschutzwirkstoffs Glyphosat und das BfR als Bewertungsinstitut die identischen Worte nutzten.

Für Harald Ebner hat sich daher der „Plagiatsvorwurf“ bestätigt. Der Prüfer Dr. Stefan Weber sagte: „Es ist offensichtlich, dass das BfR keine eigenständige Bewertung der zitierten Studien vorgenommen hat.“ Quellenangaben seien systematisch vermieden worden.

BfR-Präsident Prof. Dr. Dr. Andreas Hensel hingegen bezeichnete die Vorwürfe als „haltlos“. Die Wissenschaftler hätten die vorgelegten Studien kritisch geprüft und die „Originalstudien in ihre Bewertungsberichte integriert“. Das sei üblich und anerkannt: „Auch Teile des Bewertungsberichtes Deutschlands enthalten deshalb derartige Textteile aus Studienbeschreibungen und öffentlich zugänglicher Literatur, die von den Antragstellern als Teil der gesetzlich geforderten Dossiers eingereicht werden mussten. Diese allgemeine, national und international übliche und anerkannte Vorgehensweise, die nicht nur bei Pflanzenschutzmitteln sondern auch bei Arzneimitteln, Bioziden und Chemikalien etabliert ist, wurde aktuell im Falle von Glyphosat vereinzelt kritisiert“.

Auch in Brüssel fand das Thema kein abschließendes Kapitel. Die Kommission wollte sich mit den EU-Ländern um einen Zeitplan für die Verlängerung der Zulassung verständigen, die Mitte Dezember ausläuft. Der letzte Vorschlag von der Kommission lag bei zehn Jahren. Ohne Verlängerung darf Glyphosat ab Mitte Dezember nicht mehr verwendet werden.

Wallstreet-online.de berichtet, dass es in Brüssel am Donnerstag „keine Änderung der Situation“ gegeben habe. Kommission und Länder gingen ohne Verständigung auseinander. Die Kommission habe jedoch darauf hingewiesen, dass sie ohne Verlängerung gegenüber der Industrie zu Schadensersatz verpflichtet sei.

Zuletzt hatte es Hoffnung für die Glyphosat-Gegner gegeben, weil Frankreich sich für ein Verbot bis 2022 im Land ausgesprochen hat.

Roland Krieg

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