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Thüringer Landentwicklung

Landwirtschaft

Aktueller Bericht zur Landentwicklung in Thüringen

Am Montag bereiste Dr. Volker Sklenar, Thüringer Minister für Landwirtschaft, Naturschutz und Umwelt (TMLNU) das Land und stellte auf der Veste Heldburg den Bericht zur Landentwicklung 2009 vor.

58 Mio. Fördermittel
„Globalisierung, demografischer Wandel, Klimaveränderungen – unsere ländlichen Räume sind starken Veränderungen und Herausforderungen ausgesetzt. In den vergangenen, nunmehr fast 20 Jahren seit der Wiedervereinigung legte der Freistaat Thüringen mit seiner Landentwicklungspolitik den Grundstein und schaffte die Voraussetzungen, für die Bewältigung der aktuellen Herausforderungen. Das Engagement der Bürgerinnen und Bürger und deren Unterstützung durch die Thüringer Landentwicklungsverwaltung ist die Basis einer nachhaltigen Entwicklung der ländlichen Räume Thüringens“, bilanzierte Minister Dr. Volker Sklenar.
Seit der Wiedervereinigung wurden mit Landes-, Bund- und EU-Fördergeldern Gesamtinvestitionen von mehr als zwei Milliarden Euro zur Stärkung der Wirtschaftskraft im ländlichen Raum Thüringens ausgelöst. Über 58 Millionen Euro Fördermittel (einschließlich EFRE-Mittel) wurden im Jahr 2008 für die ländliche Entwicklung in Thüringen verausgabt. In 2009 stehen 57,3 Millionen Euro Fördermittel für investive Maßnahmen im ländlichen Raum zur Verfügung. Die Effizienz und Nachhaltigkeit der eingesetzten Fördermittel wird im Landentwicklungsbericht 2009 an konkreten Projekten verdeutlicht.
„Der integrierte Ansatz der Landentwicklung in Thüringen ermöglicht es, wirtschaftliche, umweltbezogene, soziale und kulturelle Anliegen direkt vor Ort abzustimmen. Hier hat sich der LEADER-Ansatz bewährt. Die Partnerschaften zwischen privaten Akteuren, Verbänden und der öffentlichen Hand stärken die Identifikation der Bevölkerung mit ihrer Region. Ein kluges Regionalmanagement und die Initiativen der Bevölkerung ergänzen sich gegenseitig und sind effektiv“, hebt der Minister hervor.
Im ersten Jahr nach der Anerkennung der Regionalen Aktionsgruppen (RAG) konnten rund 15 Millionen Euro zur Umsetzung einer Vielzahl von Maßnahmen und Projekten zur Verwirklichung der Regionalen Entwicklungsstrategien genutzt werden. Vorrangig handelte es sich um Maßnahmen in der Dorferneuerung. Daneben sind es Maßnahmen der Bodenordnung, des Wegebaus und der Flurbereinigung, die in den ländlichen Räumen die Lebensqualität verbessern, Arbeitplätze sichern und die Wertschöpfung steigern.

Bedarf an Flurbereinigung ist hoch
419 Dörfer waren im vergangenen Jahr als Förderschwerpunkte anerkannt und 1.212 Dorferneuerungsmaßnahmen wurden mit Mitteln der Dorferneuerung bezuschusst. Davon haben 885 kommunale Maßnahmen rund 33,6 Millionen Euro und 327 private Maßnahmen rund zwei Millionen Euro erhalten. Das dabei initiierte Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 75 Millionen Euro.
„Ich freue mich sehr, dass unsere Dörfer mit ihren Bewohnern und Ideen deutschland- und auch europaweit überzeugen. So konnte die Gemeinde Eckstedt Thüringen erfolgreich beim Europäischen Dorferneuerungspreis vertreten“, so der Minister.
Der Bedarf an Flurbereinigungsverfahren ist nach wie vor groß. Neben der Landwirtschaft und dem Naturschutz meldet auch der Forstbereich verstärkt Bedarf an. Beispielsweise trägt der freiwillige Landtausch mit der Gründung einer Waldgenossenschaft zur Mobilisierung von Privatwald bei. Auch die Zahl der Flurbereinigungsverfahren mit naturschutzfachlichem Hintergrund steigt an, etwa zur Umsetzung von Schutzmaßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt und der natürlichen Ressourcen. „Es hat mich daher außerordentlich gefreut, dass in Thüringen der BUND die Unterstützung des Projektes „Ein Rettungsnetz für die Wildkatze“ durch Flurbereinigungsverfahren ausdrücklich gefordert hat“, so Minister Dr. Sklenar.
Auch das Förderprogramm Revitalisierung von Brachflächen findet guten Zuspruch und entfaltet seine Wirkung. Bereits im ersten Förderjahr wurden 85 Maßnahmen mit einem Gesamt-Investitionsvolumen von mehr als 5,5 Millionen Euro gefördert. Die als jährlicher Zielwert vorgesehenen 20 Hektar revitalisierte Brachfläche wurden bei Weitem übertroffen. „Diese Fördermöglichkeit wird auch weiterhin eine wertvolle Unterstützung für Kommunen und private Bodeneigentümer sein, denn damit wird auch ein wichtiger Beitrag zur Schonung der Ressource Boden, also vor allem der landwirtschaftlichen Nutzflächen, geleistet“, ist sich der Minister sicher.
Stolz blickt Minister Dr. Sklenar auf den 09.11.2008 zurück, als der Freistaat und der Bund in Teistungen die Vereinbarung zur Übertragung der Bundesflächen im GRÜNE BAND unterzeichneten. „Nach etwa fünf Jahren zähen Ringens konnten die Verhandlungen im Herbst 2008 abgeschlossen werden. Damit sind wir das erste Bundesland, dem dies gelang. – Insgesamt sollen etwa 3.600 Hektar übertragen werden, davon sind rund 1.500 Hektar Wald“, konstatierte der Minister.

TMLNU

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