Menü

Thymian auf Feld und Balkon

Landwirtschaft

Mediterraner Flair mit eigenen Gewürzen

Die Magdeburger Börde gilt als traditionelles Anbaugebiet für Thymian in Deutschland. Nach Schätzungen der Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau in Bernburg wurde in Sachsen-Anhalt 2004 auf rund 130 Hektar Thymian angebaut.

Vielfältige Verarbeitung
Die ätherischen Öle des Thymian wirken antibiotisch gegen Bakterien und Pilze. Diese Wirkung ist bei der Pharmaindustrie sehr begehrt, weswegen die Pflanzenzüchter Sorten suchen, die einheitliche Qualitäten hervorbringen. Thymian ist übrigens zur Arzneipflanze 2006 gewählt worden.
Die Öle werden auch bereits in der Tiermedizin geschätzt. Als Futterzusatz fördert es nicht nur das Wachstum in der Tiermast, sondern stärkt allgemein die Gesundheit der Tiere. Thymian könnte als Ersatz für die seit diesem Jahr in der Fütterung verbotenen antibiotischen Leistungsförderer Verwendung finden.
Aber auch in der Ernährungsindustrie ist das Kraut begehrt. Der aromatische Geschmack ist in der Küche sehr beliebt und die Pflanze gewinnt zunehmend Bedeutung als Nahrungsergänzungsmittel.
Der Anbau von Thymian besetzt zwar eine sehr spezielle Nische, aber Dr. Friedrich Pank, Leiter des Quedlinburger Forschungsprojektes zur Verbesserung des Thymiananbaus, sieht in der Bauernzeitung wirtschaftliche Vorteile: „Die Erweiterung des Marktanteils an der Thymianproduktion bedeutet für die Region zusätzliche Wertschöpfung und Arbeitsplätze.“

Kräutergarten auf dem Balkon
Auch zu Hause müssen Sie nicht auf den Anbau eigener Gewürze verzichten – sogar auf dem Balkon lässt sich mediterranes Flair für die gesunde Mittelmeerküche zaubern, weiß die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (LWK).
Neben Thymian können Basilikum, Lavendel, Majoran oder Schnittknoblauch ausgesät und auf der warmen Fensterbank zum Keimen gebracht werden. Dafür reichen kleine Töpfe oder Saatschalen mit ungedüngter Aussaaterde: Aussaat nach Angaben auf der Samentüte, angießen und Plastiktüte über den Topf – fertig!.
Noch einfacher geht es mit Saatscheiben aus zwei runden weichen Papierblättern, zwischen denen das Saatkorn abgelegt ist. Damit ist der Pflanzenabstand optimal und der Balkongärtner erspart sich das Vereinzeln.
Für den Balkon eigenen sich auch verschiedene Salate. Reichlich Blätter zum Würzen von Pizzen, Salaten, Suppen oder als Rohkost bietet aus dem Balkontopf die wilde Rauke Rucola, die mehrere Monate lang beerntet werden kann.
Für Grünkohlfreunde bietet die LWK noch einen besonderen Tipp, der auch einen ästhetischen Wert hat: Anstatt auf den nächsten Frost zu warten, kann auf dem Balkon oder der Terrasse der Toskanische Palmkohl gezogen werden. Er ähnelt in Geschmack und Verwertung dem Grünkohl und ist mit seinem palmähnlichen Aussehen zusätzlich attraktiv. In einem geeigneten Topf wird er bis zu 70 cm groß.

roRo

Zurück