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Tierschutzvolksbegehren in Österreich

Landwirtschaft

Rinder und Schweine aus der Region

Der Verband der landwirtschaftlichen Veredelungsproduzenten (VLV) notiert wöchentlich die aktuellen Schweinepreise. Die Preise richten sich nicht nur nach den österreichischen Bedingungen. Alleine der Binnenmarkt in der EU blickt auf die Preise der Nachbarn. So beeinflussen auch die deutschen Schweinepreise den Preisverlauf im Alpenland.

Österreichische Schweinepreise

Der Firma Gourmetfein schmeckt das nicht, weil die deutsche Schweinehaltung großzügiger strukturiert als in Österreich ist und die niedrigen Preise für die kleineren Veredler in Österreich kaum wettbewerbsfähig sind. Als erstes Unternehmen baut die Firma ein eigenes Preissystem ab Hof auf, das rund 20 Prozent über dem VLV-Preis liegt und zunächst 46 Partnerbauern mit rund 60.000 Schweinen zugute kommt. Das soll den verbliebenen Schweinehaltern die Zukunft sichern. Gourmetfein-Geschäftsführer Fritz Floimayr sagte Ende September: „Es wird künftig zwei Schweinepreis-Notierungen geben. Eine, die in Deutschland gemacht wird, an den Realitäten und Bedürfnissen der kleinen Landwirte vorbei. Und eine, die sicherstellt, dass unsere Bauern eine Zukunft haben und würdig produzieren können.“ Die Oberösterreichische Firma ist auf Rind und Schwein spezialisiert, das aus der Region bezogen wird.

Es geht noch weiter. Gourmetfein ist Unterstützer des Tierschutzvolksbegehrens Österreich, das am 04. Oktober, am Welttierschutztag“ seine Abschlusskampagne vorgestellt hat. Dessen Initiator ist Sebastian Bohrn-Mena, der mehrfach für die Sozialdemokraten vergeblich bei Landtagswahlen und der Nationalratswahl 2017 kandidierte. Im Juni 2020 wurde er zum Ratsmitgliede in den Österreichischen Rat für Nachhaltige Entwicklung berufen und veröffentlichte in diesem Jahr sein Buch „Besser Essen“.

Tierschutzvolksbegehren

Die Vorarbeiten zum Tierschutzvolksbegehren begannen 1018. Bis zum Juni dieses Jahres wurden ausreichend viele Unterschriften für den Start gesammelt. Bis zur Eintragungswoche im Januar 2021 liegt das Tierschutzbegehren jetzt für die Allgemeinheit aus.

Die Initiatoren wollen aus der „Massentierhaltung aussteigen“ und legen Wert auf ethische, ökologische und gesundheitliche Dimensionen der Fleischherstellung. Die Tierhaltung soll nicht abgeschafft werden. Die Initiatoren plädieren für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei allen Lebensmitteln. Das soll auch für verarbeitete Produkte wie auch in der Gastronomie und in der Gemeinschaftsverpflegung gelten.

Expliziert wehren sie sich gegen mit Palmöl gemästetes Kalbfleisch aus den Niederlanden, qualgezüchteten Puten aus Polen, misshandelten Schweinen aus Deutschland und Käfigeier aus der Ukraine: „Die Erzeugung erfolgt unter hohem Einsatz von Antibiotika, miserablen Arbeitsbedingungen und großer Naturzerstörung. Da die Herstellung dadurch spottbillig ist, verdrängt es zusehends die Erzeugung von heimisch produziertem Fleisch“, teilt die Initiative mit.

Im Visier steht auch gentechnisch erzeugtes Soja als Tierfutter, das bei AMA-zertifiziertem Fleisch verboten werden soll. AMA steht für AgrarMarkt Austria und übernimmt die Werbung, Marketing und Preisübersichten für österreichische Lebensmittel.

Am Sonntag ist Emilia Tscherne zur Kampagne gestoßen. Die 15-jährige Wienerin ist Sprecherin für Fridays For Future.

Roland Krieg

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