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Tiertransporte vor politischem Umbruch

Landwirtschaft

EU-Parlament will Tiertransportkontrollen verschärfen

Die Skandale und Berichte über Tiertransporte tragen Konsequenzen. Vor allem die langen Wege aus der EU in Drittstaaten stehen in der Kritik. Die Veterinärämter in den Landkreisen Landshut, Passau und Freyung-Grafenau haben bereits den Transport trächtiger Tiere ins Ausland untersagt. Danach haben sich Bayernweit die Veterinäre an das Europaparlament gewandt, Tiertransporte in Drittstaaten zu unterbinden. Es gebe keine geprüften Transportrouten und die Situation an den Grenzstellen zu Drittstaaten entspreche nicht den EU-Regeln. Im Agrarausschuss hatten sich im letzten Jahr Veterinäre gewehrt, weil sie am Ende die Verantwortung tragen, wenn Transportunternehmen auf Kosten der Tiere mogeln. Im Dezember hat die Anhörung im Agrarausschuss des Europaparlamentes gezeigt, dass eine zunehmende Anzahl Tiere gar nicht transportfähig sind. Betriebe und Fuhrunternehmer haben aber keine Lösung, wie mit den Tieren umzugehen ist [1].

In der vergangenen Woche hat das Europaparlament mit 411 gegen 43 Stimmen bei 110 Enthaltungen eine Entschließung für die schon im Jahr 2012 gestellte Forderung gefasst, Tiertransporte öfters zu kontrollieren und Verfehlungen schärfer zu sanktionieren. Dazu sollen das Einziehen von Transportfahrzeugen und verpflichtende Schulungsmaßnahmen für die Fahrer zählen. Kontrollen sollen risikoorientiert verstärkt, Verstöße allen Ländern auf den geplanten Routen mitgeteilt und Tier vor dem Verladen intensiver auf Transportfähigkeit überprüft werden.

Um Tiertransporte zeitlich zu verringern, sollen mehr lokale Schlachthäuser entstehen. Aus der Entschließung heraus wird ein Untersuchungskomitee für mehr Tierwohl bei Transporten eingefordert. Das solle einer der ersten Aufgabe des neuen Parlamentes werden.

Lesestoff:

[1] Tiertransporte, Kontrollen und Struktur: https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/beim-tierschutz-gibt-es-keinen-binnenmarkt.html

roRo

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