Toepfer wehrt sich gegen Maisverbrennung

Landwirtschaft

Eilantrag gegen Verbrennung des Schimmelmais

Der mit dem Schimmelpilzgift kontaminierte Mais in Niedersachsen, der in den vergangenen Wochen für Schlagzeilen sorgte, muss zur Entsorgung verbrannt werden. Diesem Erlass des niedersächsischen Umweltministeriums folgte eine Anordnung des Gewerbeaufsichtsamtes Oldenburg. Die Importfirma Toepfer International hingegen wehrt sich in einem Eilverfahren gegen den Sofortvollzug, wie der Weser-Kurier in seiner Ausgabe von Montag berichtet. Der Importeuer möchte die rund 10.000 Tonnen Mais in einer Biogasanlage verwerten. Neben dieser in Brake lagernden Menge, steht noch die Entsorgung von 25.000 Tonnen Mais in einem Bremer Lagerhaus an. Die Verwertung in einer Biogasanlage sei kostengünstiger. Dies sei bedauerlich, sagte Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel dem Weser-Kurier: „Es ist eine Frage des Gesundheitsschutzes, in dieser Sache für eine sichere Abfallbeseitigung zu sorgen.“
Das Umweltministerium hatte die Verwertung in einer Biogasanlage ausdrücklich unterbunden, weil das Schimmelpilzgift stabil sei.

Fachliche Bewertungen

Der Kernprozess einer Biogasanlage wird durch mikrobielle Tätigkeiten bestimmt. Die Bakterien können durch Stör- und Hemmstoffe bei der Vergärung gehindert werden. Daher müssen die Bauern bei der Auswahl und Zufuhr des Ausgangssubstrates darauf achten, dass diese insbesondere frei von Antibiotika, Lösungs- oder Desinfektionsmitteln, Herbiziden oder Schwermetallen sind. Genaue Werte für eine maximale Belastung sind schwer zu bestimmen sind, da sich die Bakterien auch anpassen können. Aber, so beschreibt die KWS Mais GmbH in ihren „Grundlagen der Gärbiologie“: „Dass mit Schimmelpilzen befallene Substrate dem Biogasprozess nicht dienlich sind, sollte sich von selbst erklären.“

Was beim Bier einen krönenden Abschluss bildet, ist in einer Biogasanlage unerwünscht: Schaum. Schäumende Prozesse in den Biogasanlagen sind bekannt. Sie führen nach Dr. Andreas Zehnsdorf vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung zu einer Krustenbildung an der Reaktorwand, Störung der Messsonden, Umkehrung des Feststoffprofils im Reaktor und, im schlimmsten Falle, zum Überschäumen und Stillstand der Biogasanlage. Einer der zahlreichen Gründe für unerwünschte Schaumbildung im Reaktor ist die Verwendung mangelhaften Substrats, wie beispielsweise Schimmel in der Silage.

Roland Krieg

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