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Traumlandschaft einer Kurfürstin

Landwirtschaft

BB: Landesgartenschau in Oranienburg

LaGa OranienburgMorgen geht es los. Bis zum 18. Oktober lädt die vierte Landesgartenschau in Brandenburg Gäste aus nah und fern in die „Traumlandschaften einer Kurfürstin“ nach Oranienburg.

30 Hektar Gartenschau
Das Schloss mit dem neu gestalteten Vorplatz und einer für Oranienburg auch nach der Gartenschau bleibenden verbesserten Verkehrsführung lädt die Besucher in seinen aufgemöbelten Schlossgarten von 20 Hektar Fläche, der fast 200 Jahre lang kaum gepflegt und teilweise verwüstet war.
Doch damit nicht genug. Pressesprecher Frank Wendler und Projektleiter Michael Steinland führten die Berlin-Brandenburger Agrarjournalisten bereits vor einer Woche über das Gelände und gewährten einen Blick in die 17 Gartenzimmer, die auf weiteren neun Hektar zu einer der größten Gartenschauen insgesamt, angelegt wurden.
Das Motiv der Traumlandschaften ist vor allem eine Referenz an die Kurfürstin Louise Henriette von Oranien, die sich mit den unveränderlichen Werten Weltoffenheit, Toleranz und Religionsfreiheit verbunden fühlte. Die Gartenzimmer zeigen Themen wie Liebe, Glaube oder Zuversicht und weil die Kurfürstin Holländerin gewesen ist, LaGa Oranienburgwurden auch 1,2 Kilometer Grachten angelegt. Ein Gartenzimmer wird im Vegetationsverlauf die niederländische Landkarte verdeutlichen.
85.000 Stauden, 390 Bäume, 150 Formgehölze und 800 Meter Hecken sind angepflanzt worden. Die sozialpflichtig eingestellten Mitarbeiter haben in den letzten Wochen mehr als 1,1 Millionen Blumenstauden eingegraben.
Michael Steinland beschreibt, wie abwechslungsreich die LaGa wird und zum wiederholten Besuch einlädt. Insgesamt gibt es 8.700 m2 Wechselfläche, auf der insgesamt drei mal die Blumenvegetation ausgetauscht wird. Eine Herausforderung an die umliegenden Gärtnereien, sich auf dieses Jahr vorzubereiten. Davon stehen alleine 2.000 m2 für Gemüse zur Verfügung, denn die Besucher sollen altes und neues Gemüse kennen lernen und vor Ort in der Küche auch verkosten können. Zudem wird es einen Garteninfotreff mit über 200 Veranstaltungen geben, in dem es Tipps für den heimischen Garten gibt.
Sowohl am Schlossgarten als auch am Hafen werden regionale Erzeuger ihre Produkte anbieten.

LaGa OranienburgMittlerweile gibt es auch Fische
Wer aus Berlin mit der S-Bahn anreist wird durch orangefarbene Riesenblumenkübel, die auch nach der LaGa stehen bleiben sollen, zum Gelände geleitet. Es wird keine großen zentralen Veranstaltungen geben. Doch die Laga überrascht die Besucher mit vielen Details. So sind an über 100 Tagen Barockschauspieler im Park unterwegs, die ihre Vorführungen spontan und mit den Gästen durchführen. Für Kinder gibt es mehr als 200 Puppenvorführungen.
Die Fische in den Grachten wurden übrigens nicht ausgesetzt, sondern haben die Enten als Laich in ihren Federn mitgebracht, als sie die Wasserflächen für sich entdeckten.
Ein großes Projekt ist der Hafen mit der königlichen Yacht in Originalgröße. Sie erinnert an das Goldene Zeitalter der LaGa Oranienburgniederländischen Seefahrt und schwimmt im Hafen, der nach der LaGa für die Wasserwanderer zur Verfügung steht. Wenn, so Frank Wendler, die Schleusenbesitzer nördlich Oranienburg ihre maroden Schleusen in den nächsten Jahren auf Vordermann gebracht haben, dann können die Berliner über die Müritzer Seenplatte bis in die Ostsee paddeln. Auch das ein Projekt der LaGa für die Stadt.
Im Hafen wird es verschiedene Themenwochen zu den Kolonialgütern Kaffe, Tee und Kakao geben. Weil die Ostindienkompanie aus Übersee exotische Gewürze nach Europa brachte wurde gleich nebenan ein 300 m2 großer Gewürzgarten angelegt.

Lesestoff:
Ihren persönlichen Besuch können Sie unter www.laga-oranienburg2009.de planen.

Roland Krieg (Text und Fotos)

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