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Trockenheit beeinflusst Rapsaussat deutlich

Landwirtschaft

Wenig Chancen für die Rapsaussaat

Umfrage Rapsanbau

Spätverträgliche Rapssorten können auch aktuell noch in den Boden gebracht werden. Die Landwirtschaftsberater weisen allerdings darauf hin, dass der Boden Keimwassersparend bearbeitet werdenb sollte. Jeder Arbeitsgang erhöht die Verdunstung. Da aber das trockene Wetter in den kommenden Tagen anhält und Niederschlag vielleicht die Samen zum Keimen briungt, aber keine tieferen Bodenschichten erreicht, zweifeln Landwirte an der Rapsaussat zum erntejahr 2018/2019.

Aus dem leuchtend gelb blühenden Raps gewinnen die Ölmühlen nicht nur das beliebteste Speiseöl Deutschlands. Raps ist einer der wichtigsten Bienenweiden und Grundlage für heimisches Eiweißfutter. Als Biomasse für Biokraftstoffe ist er zertifiziert und bringt den Biodiesel nachhaltig in den Tank.

Aber auch ackerbaulich hat Raps viele Vorzüge. Als blattreiche Feldfrucht lockert er getreidelastige Fruchtfolgen auf, räumt mit seinem Erntetermin früh das Feld und schützt als Winterraps mit seiner langen Bodenbedeckung vor Erosion im Winter. Die großen Mengen an Wurzel- und Ernterückständen befördern die biologische Aktivität im Boden und die tiefe und feine Wurzel tiefere Wasser- und Nährstoffreservoirs.

Auf der anderen Seite steht der Rapsanbau vielfach unter Druck. Preiswertes Biodiesel aus Übersee erschwert die Marktpositionierung ähnlich wie die Teller-Tank-Diskussion. Das Verbot der Neonicotinoide erschwert die Bekämpfung von Rapserdfloh und Kohlfliege. Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) hatte bereits vor der Ernte 2018 trübe Ernteaussichten durch die Knospenwelke zur Blütezeit und der folgenden Trockenheit vorhergesagt.

Der Mitte August vom Deutschen Bauernverband (DBV) vorgelegte Erntebericht registriert mit 2,7 Tonnen Ertrag pro Hektar einen Rückgang um 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Da auch die Anbaufläche 2017 zurückgegangen ist, unterschreitet die Gesamternte von 3,3 Millionen Tonnen Raps das fünfjährige Mittel um 35,6 Prozent.

Zudem weisen die aktuellen Wetterprognosen für Ostdeutschland bis in den September hinein kaum Niederschlag aus. An eine Aussaat in den trockenen Boden, in denen der Welkepunkt bereits in tieferen Schichten liegt, ist überhaupt nicht zu denken.

Der Pflanzenschutzspezialist ADAMA aus Köln nahm dies zum Anlass, bei Praktikern nach ihren Anbauplänen für Winterraps zu fragen. Die Online-Umfrage wurde im Juli 2018 über die Agentur agri Experts des Deutschen Landwirtschaftsverlages realisiert. Die aktuelle Situation spiegelt sich eindeutig in den Antworten wider und zeigt, dass die Landwirte auf aktuelle Ereignisse schnell reagieren.

Von 91 Rapsbauern gaben zwar 72 Prozent an, die gleiche Fläche wie im Vorjahr mit Winterraps zu bestellen, doch wer seine Anbauplanung verändert, verkleinert eher, als dass er den Anbau vergrößert.

Weil Raps in der Fruchtfolge einen hohen Stellenwert hat und der Deckungsbeitrag hoch ist, bauen sechs Prozent der Landwirte für das kommende Erntejahr mehr Raps an. Ein Landwirt will mit neuen Betriebsflächen auch den Rapsanbau ausdehnen.

22 Prozent der Rapsbauern gaben allerdings an, die Aussaat für den Winterraps einzuschränken. Für die Gründe wurden 16 verschiedene Antworten genannt. Die Hälfte davon bezog sich ausdrücklich auf die Trockenheit und den damit verbundenen schlechten Erträgen in diesem Jahr. Auch der Ausblick auf die Witterung macht skeptisch: „Ich weiß nicht, ob es überhaupt genug regnet, damit der Raps aufgeht“, schrieb ein Landwirt und zweifelt nicht allein an einer möglichen Aussaat im September.

Andere Landwirte hingegen bauen fruchtfolgebedingt 2018/19 weniger Raps an oder haben die Erfahrungen sinkender Erträge gemacht. Fehlende Rentabilität bei sinkenden Preisen und steigenden Aufwänden verleidet den Landwirten den Spaß am Rapsanbau.

Roland Krieg; Grafik: Adama

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