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Trockenheit ist das Agrarthema 2019/20

Landwirtschaft

Australien brennt. Was passiert woanders?

In Australien vereinigen sich die Waldbrände zu einem Megabrand. Doch auch woanders sind Wetterereignisse zu beobachten, die Auswirkungen auf die landwirtschaftliche Produktion haben.

Brasilien

Sentinel-Satellitendaten mit einer Auflösung von zehn Meter vom US-Landwirtschaftsministerium zeigen im Dezember 2019 im Bundesstaat Bahia deutlich weniger grüne Vegetation als im Vorjahresmonat. Zwischen den Flüssen ist es so trocken gewesen, dass sich kaum Vegetation gebildet hat. Das hat zu einer leicht verringerten Aussaat von Soja geführt, die normalerweise am 31. Dezember zu Ende geht. Dieses Jahr geht vor allem in den Bundesstaaten Mato Grosso del Sul und Paraná die Ernte noch im Januar weiter. In der Agrarregion MaToPiBa (grenzüberscheitend in den Bundesstaaten Maranhã, Tocatins, Piauí und Bahiha) im Norden des Landes haben Landwirte Soja wegen Trockenheit ein zweites Mal aussäen müssen oder steigen gleich auf Mais um, der dort bis zum Februar ausgesät werden kann. Dennoch wird Brasilien die USA als größten Sojaproduzenten in diesem Jahr überholen.

Malaysia

Die Palmölproduktion in Malaysia schätzt das USDA in diesem Jahr auf 20,5 Millionen Tonnen und damit um ein Prozent weniger als im vergangenen Jahr ein. Die Anbaufläche wurde allerdings um ein Prozent ausgedehnt. Die ernte pro Hektar sinkt um zwei Prozent. Die steigende Ineffizienz resultiert aus einem unterdurchschnittlichen Niederschlag des ganzen Jahres 2019. Das hat die Regionen Pahang und Jojor südlich von Thailand und Sabah ganz im Osten gegenüber den Philippinen getroffen.

Argentinien

Argentinien erwartet mit 3,2 Millionen Tonnen Sonnenblumen auf ein Ernteergebnis, das 16 Prozent unter dem Vorjahr liegt. Zwei Tonnen pro Hektar liegen zwei Prozent unter dem Ernteergebnis 2018. Ursache war die Trockenheit zu Beginn der Aussaat. In den Bundesstaaten Buenos Aires und Cordoba musste die Aussaat zeitweilig gestoppt werden. Erst Ende September ist für die Sonnenblumen ausreichend Niederschlag gefallen.

Bangladesch

Mais ist nach reis zur wichtigsten Getreidepflanze geworden. Für das Wirtschaftsjahr 2019/2020 hat der Wechsel zu ertragsreicheren Sorten ein Rekordergebnis von vier Millionen Tonnen eingefahren, was rund 14 Prozent über dem Vorjahr liegt. Die Anbaufläche wurde um 500.000 ha ausgedehnt, um die Futterbedürfnisse und die Versorgung der Aquakulturanlagen zu decken. Dennoch: Der Heereswurm (Spodoptera  frugiperda[1]) ist mittlerweile in ganz Bangladesch verbreitet. Mit Monitoring und Management hält das Land den Schädling, der ganze Maisfelder vernichten kann, in Schach.

Mali

Wegen hoher Erzeugerpreise haben Landwirte in Mali mehr Baumwolle angebaut. Mit prognostizierten 1,35 Millionen Ballen Baumwolle liegt die Prognose rund 0,6 Prozent über dem Vorjahr. 400 Kilo pro Hektar sind aber ein ertrag, der zwei Prozent unter dem langjährigen Mittel liegt. Während der Aussaat von Mai bis Juli 2019 war es zu trocken und von den 735.000 ha Baumwollfläche mussten 230.000 neu bepflanz werden. Einige Landwirte sind auf trockentolerante Getreidesorten wie Sorghum und Hirse ausgewichen. Ausreichende und nahezu normale Niederschläge haben die Vegetationsdefizite während der Vegetation ausgeglichen.

Thailand

Der Reis in Thailand hat regional drei Saison-Zeiten. Die Regenzeit in der Hauptsaison von Mai bis Januar, die späte Regenzeit von November bis April und die Trockenzeit von November bis Juli. Ungünstige Niederschläge im Norden haben in den traditionellen Wasserreservoirs Bhumibol und Sirikit im Norden zu rekordverdächtigen Niedrigständen geführt.  Normalerweise versorgen die beiden Wasserspeicher zu 80 Prozent den Reisanbau in den Trockenregionen des Nordens und auf dem Zentralplateau. Nach Angaben des Königlichen Wasserministeriums haben die beiden Speicher zum 31. Dezember nur noch 39 und 35 Prozent ihres Wasserstandes aus dem letzten Jahr. Für einige Regionen hat die Regierung bereits Nutzungsrestriktionen für Wasser ausgesprochen und Landwirten empfohlen Trockenreis anzubauen. In den Trockenregionen erwartet die Regierung für 2020 eine Ernte, die um ein Viertel niedriger liegt.

Lesestoff:

[1] Herbst-Heerwurm in China schneller als die ASP: https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/der-herbst-heerwurm-in-china.html

roRo; VLE

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