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Tropengürtel wandert südwärts

Landwirtschaft

Warum Australien vermehrt unter Dürre leidet

Der Tropengürtel weitet sich seit den 1980er Jahren wegen der Klimaerwärmung aus – mit weltweit starken Auswirkungen auf Niederschlags- und Trockengebiete. Schon frühere Verschiebungen des Tropengürtels führten zu einer Reihe von Dürren – und können solche erneut auslösen, wie eine Studie von Berner Klimatologen zeigt.


Verschiebung des Tropengürtels zwischen den 1940er und 1970er Jahren. Grafik: Stefan Broennimann, Universität Bern

Eine Reihe von trockenen Sommern führte zwischen 1945 und 1954 in Mittel- und Südeuropa zu Totalausfällen der Ernte. Es folgten darauf feuchte Sommer. Umgekehrt gab es zur selben Zeit im Sahelraum regelmäßig Niederschläge, während der Sahel dreißig Jahre später von tödlicher Dürre heimgesucht wurde. Die Schweizer konnten nun belegen, dass diese Ereignisse zusammen hängen. Zwischen den 1940er und 1970er Jahren wanderte der tropische Gürtel weiter südwärts und verursachte die Dürren.

Komplexes System

Die atmosphärische Zirkulation des Tropengürtels besteht aus aufsteigender Luft in der tropischen Konvergenzzone, verbunden mit viel Niederschlag, Strömen in großer Höhe in Richtung beider Pole und Absinken in den Subtropen. Viele Trockenräume der Erde liegen in Bereich der Subtropen. Während der Reihe von Trockensommern in den Jahren um 1950 lagen Mittel- und Südeuropa noch häufig im Einflussbereich der Subtropenhochdruckgebiete, während umgekehrt die Sahelzone im Bereich der innertropischen Regenzone lag.

Durch den Rückzug des Tropengürtels nach Süden wurden Hochdrucklagen in Mitteleuropa in den folgenden Jahrzehnten seltener und die Sommer daher feuchter. Gleichzeitig litt der Sahelraum unter enormer Trockenheit, weil sich das tropische Niederschlagsband weiter in den Süden verschob. Acht globale Datensätze zeigen die Verschiebung der Zirkulation an.

Ursache der Verschiebung ist laut den Forschenden, dass sich zwischen 1945 und 1980 die Südhemisphäre relativ zur Nordhemisphäre stark erwärmte. „Sie zog den gesamten Tropengürtel in ihre Richtung“, sagt Stefan Brönnimann vom Geographischen Institut und Oeschger Zentrum für Klimaforschung der Universität Bern. Das zeigen Simulationen mit einem Klimamodell, das Meeresoberflächentemperaturen verwendet. Die Forschenden vermuten, dass sowohl kühlende Aerosole auf der Nordhalbkugel als auch Veränderungen im Ozean selbst zu dieser Verschiebung beigetragen haben könnten.

Neuer Trend

Seit den 1970er Jahren weitet sich der tropische Gürtel weiter aus und die Trockenzonen wandern polwärts. Die Klimaerwärmung wird diesen Effekt noch verstärken, fürchten die Klimaexperten. Sichtbar sei dieser Trend in den gegenwärtigen Dürren Australiens.

roRo

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