Menü

Tugend Tierschutz

Landwirtschaft

Goldhamster, Schwein und Spinnen

Pfarrer Christian Adam Dann verfasste 1822 die „Bitte der armen Thiere, der unvernünftigen Geschöpfe, an ihre vernünftigen Mitgeschöpfe und Herrn, die Menschen“. Hintergrund war der „Storchenmord von Mössingen“. Ein Brutpaar auf der Kirche des schwäbischen Ortes wurde von Unbekannten heruntergeschossen. Der Seelsorger kümmerte sich fortan auch um das Wohl der Tiere: „Macht unser kurzes, mühevolles Leben erträglich“ und sein Berufskollege Albert Knapp gründete 1837 in Stuttgart den ersten deutschen Tierschutzverein.
Pfarrer Dann ging es nicht nur um die Würde des Tieres, sondern gleich um die Moral der Gesellschaft. Eduard Kopp findet in der Monatszeitschrift „Chrismon“ die Brücke im schwäbischen Sprichwort: „Wenn sich ein Bauer bekehrt, merkt es auch sein Vieh im Stall“.

Aktuell seit 300 Jahren
Tierschutz war auch das Thema der Nürtinger Hochschule für Wirtschaft und Umwelt, die von der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft, der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz und Gesellschaft für Versuchstierkunde gemeinsam durchgeführt wurde.
Dr. Uta Eser von der Koordinationsstelle der Hochschule Nürtingen-Geislingen differenzierte den modernen Tierschutz. Zum einen leite sich der Tierschutz aus dem Nutzwert des Tieres ab, nicht die Gans zu schlachten, die goldene Eier lege, zum anderen stelle der Tugendansatz das Mitleid mit dem Tier als leidensfähiges Individuum in den Vordergrund. Als dritten Punkt führte sie nach Angaben der Hochschule aus, dass die gesetzlichen Regelungen alleine schon einen Pflichtansatz für den Tierschutz beinhalten. Tierschutz um des Tieres Willen stelle den eigenen Wert des Tieres in den Mittelpunkt der Betrachtung und unterscheide sich vom Nutz- oder Tauschwert, der extern bestimmt ist. Der Selbstwert des Tieres werde aber unterschiedlich beurteilt, so Dr. Eser. Menschen sprächen sich eher für den Schutz des Goldhamsters als für den Schutz von Spinnen ein.
Nach Katharina Kluge aus dem Bundeslandwirtschaftsministerium beinhalte der Tierschutz aber auch eine wirtschaftliche Größe. Verbraucher seien bereit, für tierschutzgerechte Produkte einen höheren Preis zu bezahlen, was auf dem Produkt entsprechend kenntlich gemacht werden soll.

roRo

Zurück