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Umkehr in der DBV-Kommunikation?

Landwirtschaft

DBV auf der Suche nach der Kommunikation

Am Montagabend stellte Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes, auf dem Bauerntag des Kreisbauernverbandes Unterallgäu klar: „Die deutschen Bauern sind für jede Diskussion mit Verbrauchern, Öffentlichkeit und Nichtregierungsorganisationen offen.“ Klare Standpunkte sind für eine „wirklich offene und transparente gesellschaftliche Debatte über Landwirtschaft und Ernährung“ notwendig. Mehr denn je sind „fachliche Expertise und ökonomischer Realismus“ gefragt.

Eine Umkehr, nachdem Rukwied im letzten Jahr mehrfach auf der Grünen Woche sagte, er rede nicht mehr mit allen [1]? Oder folgen die Worte auf die heftige Kritik aus den eigenen Reihen, besser schon einen Nachfolger zu suchen, wie Top agrar ausgiebig einen Landwirt aus Everswinkel erst Anfang des Monats zitierte [2]?

Das setzt natürlich auch Kohärenz in der Kommunikation voraus, in allen Punkten offen und ehrlich Stellung zu beziehen [3]. Stellungnahme zur Zeit und zu Straathof.

Der Weg wird kein leichter sein und fängt ganz unten an. Der Landesbauernverband Mecklenburg-Vorpommern hat es vor kurzem vorgemacht und bringt die fachliche Expertise journalistischen Multiplikatoren nahe [4]. Bauernpräsident Rainer Tietböhl sieht das genauso wie der Präsident des Dachverbandes: Es ist höchste Zeit, sich einmischen. „Das Verständnis für unsere Probleme wird in den Ämtern und in der Politik kleiner, weil dort immer häufiger Mitarbeiter sitzen, die wenig landwirtschaftliches Fachwissen haben“, sagte er in der Bauernzeitung. „Wir brauchen mehr Mittel, um uns in der Öffentlichkeit bemerkbar zu machen“. Auf den Dachverband scheint Tietböhl nicht zu setzen. Stattdessen ist eine Erhöhung der Beiträge auf Länderebene im Gespräch, die bereits im März auf dem Landesbauerntag abgesegnet werden soll. Originär wäre das Aufgabe des Dachverbandes.

Lesestoff:

[1] Dialog-Bühne mit roter Liste

[2] www.topagrar.com/news/Home-top-News-Westfaelische-Bauern-werfen-Rukwied-Tatenlosigkeit-vor-1663070.html

[3] Vor Straathof verstummt die Kommunikation

[4] „Stallgespräch“ mit Journalisten

Roland Krieg

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