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UN-Weltbodentag

Landwirtschaft

Rettet die Erde unter unseren Füßen

Versalzter Boden
Bodenversalzung in Spanien

Zum heutigen Weltbodentag wird es Zeit, nicht nur an degradierte Böden im Süden zu denken. Forscher aus ganz Europa arbeiten auch an der Bewahrung der Böden in Europa zusammen. Sie sind nicht nur die Grundlage für pflanzliche Nahrung und Kohlenstoffketten für eine biobasierte Wirtschaft, Böden spielen als Senke für Treibhausgase eine ganz erhebliche Rolle. Daher lautet das Motto des diesjährigen Weltbodentages am 05. Dezember: „Die Fürsorge für die Erde beginnt auf dem Boden!“

Das wird in dem EU-Projekt SoilCare genauso deutlich wie in dem Projekt RECARE, die beide über das Norwegische Institut für Bioökonomieforschung (NIBIO) Bodenwissenschaftler aus ganz Europa zusammenführen. Egal, ob es sich um Bodenerosion in Norwegen, Wüstenbildung in Island oder Versalzung in Spanien handelt. Sie suchen nach lokalen und globalen Lösungen für die Erhaltung der Bodenökosysteme und deren Funktionen.

Bodenerosion
Bodenerosion in Trogstad, Norwegen

SoilCare und RECARE

In SoilCare erarbeiten Forscher zusammen mit Landwirten Fruchtfolgesysteme über ganz Europa, die für den Humusaufbau am besten sind. Welche Zwischenfrüchte und Bodenbearbeitungssysteme belasten den Boden am wenigsten?

Mit RECARE werden Satellitendaten bis auf 100 Meter genau auf Landmanagementsysteme aufgeschlüsselt, deren Karten am Ende für Politik und Beratung frühe Hinweise auf eine Bodendegratation geben kann.

Beide Projekte sind in der Umsetzung ihrer Ergebnisse für eine bodenschonende Landbewirtschaftung. Dabei schätzen die Landwirte den Boden als Grundlage ihres Berufes. Doch steigender Input an Dünger, Pflanzenschutzmittel und Bearbeitungsintensität tragen ihren Teil zur Degradation bei.

Die Digitalisierung in de Landwirtschaft kann bei der Umsetzung helfen, indem Schlagkarteien über die speziellen Bedürfnisse des Bodens angefertigt und ausgehändigt werden.

Förderprogramm für Bio-Umsteller

„Gesunde Böden sind ein knappes Gut. Wir müssen sorgsamer mit ihnen umgehen, für die Erzeugung unserer Lebensmittel sind sie unverzichtbar“, sagt NABU-Geschäftsführer Leif Miller. Böden werden auch verbaut und betoniert. Täglich gehen in Deutschland 66 Hektar Boden verloren. Die Zahl ist doppelt so hohc, wie das von der Bunderegierung anvisierte Ziel. Als Folge sind lokale Überschwemmungen bei starken Regenfällen und ein niedriger Grundwasserspiegel die Folge. Gemeinsam mit der Alnatura Bio-Bauern-Initiative hat der Naturschutzbund daqs Projekt „Gemeinsam Boden gut machen“ ins Leben gerufen. Damit erhalten Landwirte, die auf den ökologischen Landbau umstellen eine finanzielle Unterstützung, vom Verband. Seit Strat des Projektes wurden bereits mehr als 9.500 Hektar, das sind rund 13.000 Fußballfelder, umgestellt. Das sind Flächen, die von einem Walnuss-Bauern in Hessen bis zum Schweinehalter in Schleswig-Holstein bewirtschaftet werden. Die neuen Preisträger werden im Februar auf der BioFach in Nürnberg vorgestellt.

In Deutschland wird heute der Alpenboden als Boden des Jahres 2018 ausgerufen.

Lesestoff:

http://www.nibio.no sowie http://www.soilcare-project.eu und http://www.recare-project.eu/

Eine interaktive Karte des Projekts „Gemeinsam Boden gut machen“ finden Sie unter www.NABU.de/abbi

Roland Krieg; Fotos: RECARE, Line Thomsen

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