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UNIKA stärkt die Branchenkommunikation

Landwirtschaft

Herausforderungen der Kartoffelbranche

Mit 8,9 Millionen Tonnen Kartoffeln sank im Trockenheitsjahr 2018 die Kartoffelernte auf einen Tiefstand seit der Wiedervereinigung. Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes beziehen sich auf eine Anbaufläche von rund 252.000 Hektar, der zweitgrößten seit 2010. Der am 05. Februar auf der 18. Mitgliederversammlung der Union der Deutschen Kartoffelwirtschaft e.V. (Unika) in Berlin vorgestellte Jahresbericht 2018 weist in allen Bundesländern deutliche Ertragseinbußen aus. In den drei größten Anbauländern für Kartoffeln sank die Gesamternte 2018 in Niedersachsen im vorläufigen Detailergebnis von  5,4 Millionen auf 4,0 Millionen Tonnen, in Bayern von 1,8 auf 1,4 und in Nordrhein-Westfalen von 1,6 auf 1,2 Millionen Tonnen.

Europaweit sank die Kartoffelernte 2018 nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft AMI von 62,2 im Jahr 2017 auf 53,9 Millionen Tonnen. Der Unika-Vorsitzende Olaf Feuerborn beklagte nach dem Nässejahr 2017 bereits das zweite schwierige Jahr für die Kartoffelerzeuger hintereinander. Hinzu komme der Wegfall von Pflanzenwirkstoffen, insbesondere dem Fehlen des wichtigsten Sikkationsmittel. Im Bereich der Pflanzguterzeugung sei der Wegfall von Insektiziden schwerwiegend, weil die Vermehrungsbetriebe auch das Pflanzgut für die Öko-Kartoffelerzeugung produzieren. „Die beiden letzten Jahre stimmen nachdenklich“, sagte Feuerborn in seinem Jahresrückblick.

Mit der Ausrichtung der PotatoEurope habe die UNIKA im letzten Jahr erneut die Aufgaben einer Branchenplattform hervorgehoben, sagte Olaf Feuerborn. In der Kartoffelwirtschaft sind alle Akteure von den Züchtern, Vermarktern, Verarbeitern bis hin zu den Landwirten gefragt, Antworten für Anbau und Vermarktung zu finden. Mit dem im Sommer 2018 herausgebrachten Leitfaden für den Integrierten Pflanzenschutz im Kartoffelbau hat die Branche schon einen wesentlichen Teil für die Erfüllung gesellschaftlicher Wünsche geleistet. Auf den Innovationstagen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) 2018 wurde beispielsweise das Projekt vorgestellt, die Kartoffelkrautsikkation durch Strom mit hoher elektrischer Spannung  umzusetzen.

2019 geht die Arbeit der im letzten Jahr gegründeten Arbeitsgruppe „Netzwerk Pflanzenschutz Kartoffeln“ zur fachlichen Hilfestellung in Zulassungsfragen weiter. Die Drahtwurmbekämpfung und der intensivere Kontakt zu Ökoverbänden stehen auf der Tagesordnung. Ebenfalls sollen für die externe Kommunikation Kennzahlen über den Sektor als Branchenprofil zusammengestellt werden.

Roland Krieg

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