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Unter Dach und Fach

Landwirtschaft

Ab 01. März muss Geflügel wieder aufgestallt werden

Horst Seehofer, Bundesminister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz hat heute Mittag in Berlin das erneute Aufstallungsgebot für Geflügel angekündigt. Ab dem 01. März soll Geflügel, dass bisher im Freiland gehalten wird, für mindestens zwei Monate aufgestallt werden, wie zuletzt bei der ersten Umsetzung im September. Anfang des Jahres hatte Seehofer diese Maßnahme bereits als "wahrscheinlich" angekündigt. Ein regionales Aufstallungsgebot hält er nicht für durchsetzbar, weswegen erneut alle Freilandbestände in Deutschland betroffen sind. Näheres wird in der nächsten Woche mit den Ländern geregelt, die für die Durchführung des Gebotes verantwortlich sind. In der Abwägung für eine Aufstallung seine die Aufwände gegenüber eines möglichen Schadens einer Einschleppens des Virus gegeneinander aufgewogen worden.
Seehofer betonte, dass diese Maßnahme nur eine von vielen sei, die insgesamt in den letzten Monaten bereits durchgeführt werden. Dazu zählen weiterhin die Grenzkontrollen mit Informationen an die Reisenden, das Wildgeflügelmonitoring, das grundsätzliche Verbot von Geflügelschauen und jetzt als neue Empfehlung, die Prüfung, Freilandgeflügel zu impfen. Seehofer: "Wir haben noch eine Weile mit dieser Thematik zu tun." Daher solle geprüft werden, ob eine Impfung nicht eine sinnvolle Alternative zur Aufstallung werden könnte. "Aber wir dürfen keine übertriebenen Erwartungen stellen", warnte er gleichzeitig.

Neue Risikobewertung vom FLI
Bei der neuen Risikoabschätzung sei vor allem die unklare Situation in der Türkei ausschlaggebend gewesen, sagte Prof. Dr. Thomas Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts von der Insel Riems.
Vor allem die Lage im Westen der Türkei wurde genauer betrachtet, denn der liegt genau auf der von den aus dem Süden kommenden Zugvögeln verwendeten Süd-Ost-Route. Die Niederländer kämen aus ihrer Lageeinschätzung, auf der Westroute zu liegen, zu den gleichen Erkenntnissen. Dr. Mettenleiter sieht in der erneuten Aufstallung allerdings keine Ableitung für jährlich wieder kehrende Gebote, wohl aber ständig neue Risikoabschätzungen, die das nach sich ziehen könnten.
Bezogen auf den Impfstoff bremst er ebenso die Erwartungen. Es gebe die Option der Prüfung, eine "Impfung ist aber kein Königsweg." Letztlich schützt eine Impfung zwar vor einer Krankheit, aber nicht vor einer Infektion, beschreibt er die Lage. Ein geimpftes Tier kann den Virus in sich tragen und weiter verbreiten, weswegen die EU in den meisten Fällen, ein Impfpolitik, wie sie in anderen Ländern prophylaktisch durchgeführt wird, ablehnt. Zur Zeit, so Mettenleiter weiter, gibt es eine Forschungskooperation über einen Impfstoff, der aber noch nicht einsatzbereit ist. Vor Herbst 2006 sei das auch gar nicht machbar. Falls der Impfstoff so weit sei, ergibt sich für die Wissenschaft das zweite Problem: Die Übertragung der Laborergebnisse auf das Freilandgeflügel.

roRo

 

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