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US-Agrarexporte weiter auf Rekordniveau

Landwirtschaft

US-Freihandelsabkommen wirken positiv auf das Exportniveau

Seit 2009 steigen die Agrarexporte der USA stetig an. Bis zum aktuell veröffentlichten Ausblick auf das Steuerjahr 2013 stiegen sie wertmäßig von 96,3 Milliarden auf 145 Milliarden um 50 Prozent.
US-Landwirtschaftsminister Tom Vilsack führt den Erfolg vor allem auf die zahlreichen bilateralen Handelsabkommen mit anderen Ländern zurück, in deren Verlauf Handelsbeschränkungen abgeschafft wurden. Daher könne die USA die steigende Nachfrage nach Sojabohnen, Weizen sowie Wal- und Haselnüsse befriedigen. Vor allem China und Südostasien erhalten hohe Rechnungsbeträge aus Amerika.

Up and Downs

Details hinter den Zahlen sind diffiziler. Getreide und Futtermittel werden im nächsten Jahr wertmäßig um zwei Milliarden US-Dollar zurückgehen. Zum einen müsse sich die USA anderen Exporteuren stellen, zum andern fließen die DDGS-Futtermittel, die aus der Maisethanolproduktion stammen, vermehrt in die eigenen Futtertröge.
Bei Weizen machen vor allem Russland, die Ukraine und Indien den Amerikanern Konkurrenz, bei Reis wollen die USA für 2,1 Millionen US-Dollar ein größeres und höherpreisiges Volumen absetzen. Bei Sojabohnen hat der zusätzliche Niederschlag durch den Hurrikan Isaac im frühen September für höhere Ernten gesorgt. Es kann ein größeres Exportvolumen verkauft werden, weil China eine große Nachfrage aufweist und aus Lateinamerika weniger Soja erwartet wird. 6,4 Millionen Tonnen Soja (20 Prozent) mehr wollen die USA absetzen, 3,3 Milliarden US-Dollar mehr erzielen und auf eine Summe von 31,4 Milliarden US-Dollar kommen.
Die USA werden weniger Baumwolle ernten, was aber zu ihren Marktchancen passt. China wird weniger importieren, weil sie mit subventionierten Inlandspreisen den Anbau für die eigenen Bauern lukrativ machen.
2013 werden um 100 Millionen US-Dollar weniger tierische Produkte abgesetzt. Das Exportvolumen soll sich auf 29,8 Milliarden US-Dollar belaufen. Und das bei steigender Nachfrage in anderen Ländern. Wertmäßig verlieren auch die Geflügelfleischproduzenten, obwohl sie mehr absetzen können. Einzig bei Milchprodukten schlägt ein Plus von vier Prozent auf fünf Milliarden US-Dollar zu Buche. Hier profitieren die Exporteure vor allem durch die weltweit steigenden Preise für Milchpulver, Butter und Käse.
Der Gartenbau ist mit Obst und Gemüse auf unverändertem Höhenflug mit 32 Milliarden US-Dollar Ausfuhrwert. Vor allem Kanada, Europa und Japan werden mehr amerikanische Vitamine nachfragen. Aber auch der verarbeitende Sektor wird voraussichtlich um 7,4 Milliarden US-Dollar zulegen. Hervorgehoben wird der aufsteigende Markt für frische und verarbeitete Hasel- und Walnüsse, der im nächsten Jahr rund sieben Milliarden Dollar in die Kassen spülen wird.

Europa

Europa ist die für die Amerikaner ein Gewinn. Ein höheres Exportvolumen für Soja wird mit rund 200 Millionen US-Dollar verrechnet. Durch europäische Ernteverluste bei Sonnenblumen und Raps rechnen sich die Amerikaner auf diesen Sektoren neue Marktchancen aus. Bevor Südamerika mit seiner neuen Ernte auf den Markt kommt, wollen die Amerikaner die EU-Nachfrage abdecken. Das Exportvolumen in die EU-27 stieg zwischen 2009 und 2012 von 7,6 auf 8,8 Milliarden US-Dollar an und stellte im letzten Jahr einen Ausfuhranteil von 6,5 Prozent. Für das Jahr 2013 werden rund zehn Milliarden US-Dollar prognostiziert.

Farmeinkommen

Laut Vilsack wirken sich die guten Zahlen auch positiv auf die Farmeinkommen der amerikanischen Bauern aus. Die Nettoeinkommen sind die zweithöchsten seit den 1970er Jahren, so Vilsack.
Die amerikanische Statistik hält im speziellen Blick aber auch hier einige Überraschungen bereit. Sie unterscheidet zwischen dem Einkommen aus der Farmarbeit, dem Einkommen aus nicht-landwirtschaftlicher Tätigkeit und dem Gesamteinkommen aller Haushaltsmitglieder. Die Säulen der folgenden Grafik zeigen, wie es um das rein landwirtschaftliche Einkommen der US-Bauern bestellt ist. Trotz hoher Rohstoffpreise sind viele Betriebe selbst in den besten Einkommensjahren nicht profitabel und waren es auch in diesem Jahr der Dürre wegen nicht, wie der Einkommensbericht schreibt.

Die Zahlen zur Tabelle:

Die USA zeichnen sich durch eine große Heterogenität der landwirtschaftlichen Betriebe aus. Einige wenige kommerzielle Betriebe verdienen sehr viel Geld mit ihrer landwirtschaftlichen Arbeit, reichen aber im Mittel des amerikanischen Durchschnitts nicht aus, um die Verluste der vielen kleinen Betrieben auszugleichen:

Size matters

Erfolgreich ist, wer einen großen Betrieb hat. Zehn Prozent der amerikanischen Betriebe weisen mehr als 250.000 US-Dollar Farmeinkommen auf. Die Familienbetriebe mit einem Einkommen von 10.000 bis 249.000 US-Dollar machen rund 30 Prozent der amerikanischen Landwirtschaftsbetriebe aus. Je kleiner der Betrieb, desto mehr müssen die Bauern auswärts ihren Lebensunterhalt verdienen.

Agrarmarketing

Dass die amerikanischen Firmen so viel exportieren können verdanken sie dem Marketingplan des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums. Seit 2009 haben mehr als 1.000 Firmen und Verbände an mehr als 110 Messen und Ausstellungen in mehr als 24 Ländern teilgenommen. Alleine das hat nach Berechnungen des Ministeriums einen Exportwert von 4,2 Milliarden US-Dollar erzielt. Zusätzlich wurden mehr als 150 Delegationsreisen nach China, Georgien, Indonesien, dem Irak, Kolumbien, Panama, Peru, auf die Philippinen, nach Russland und Vietnam organisiert. Diese Mosaiksteine sind nach Vilsack ein wesentlicher Baustein für das Ziel, die Agrarexporte unter der Obama-Präsidentschaft bis zum Jahr 2014 zu verdoppeln.

Roland Krieg; Grafiken: USDA

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