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US-Krieg der NGOen schwappt nach Deutschland

Landwirtschaft

PETA wehrt sich gegen unterstellende Angriffe

PETA steht für „People for the Ethical Treatment of Animals“. Die Tierrechtsorganisation hat bei Landwirten und Jägern einen schweren Stand. Anfang des Monats zweifelten der Bauernverband in Mecklenburg-Vorpommern und die Jäger  öffentlich die Gemeinnützigkeit der Organisation an. PETA setzt sich zum Beispiel für die Abschaffung der Jagd und von Angel-Arbeitskreisen in Schulen ein. Ein Unfall mit einer Pferdekutsche Ende November führt gleich zu einem Pferdekutschenverbot im entsprechenden Landkreis.

Die Liste der von Bauern, Jägern und Angler empfundenen enervierenden Forderungen ist lang. Die Plakat-Kampagne gegen Nutztiere mit einem Vergleich zum Holocaust bescherte PETA Deutschland viel Ärger. Sie wurde vor vier Jahren vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte endgültig verboten. Die Idee zur Plakataktion wurde bereits im Jahr 2004 durch das Berliner Landesgericht verboten.

Jetzt muss sich PETA selbst ernsthaft wehren. Seit etwa zwei Tagen wird eine E-Mail an Fachredaktionen gesendet, die PETA unterstellt, 42 Prozent der Spenden für einen überhöhten Personalkopf zu verbrauchen. Zudem soll die Organisation 97 Prozent der aufgenommenen Tiere mangels Adoption getötet haben. Hintergrund ist der angebliche Besuch eines Ermittlers Dr. Daniel Kovich vom Landwirtschaftsministerium in Virginia in einem PETA-Tierheim. PETA verweist auf die 2013 durchgeführte „außerordentliche Große Betriebsprüfung, die der Organisation einen sparsamen Umgang mit Spenden bescheinigte.

In den USA liegt auch der Ursprung des Konfliktes. Hinter der Londoner Absenderadresse „Real Faces of Animal Rights“ vermutet PETA die amerikanische Organisation „Center for Consumer Freedom.“ Ohne sich erkennen zu geben verfolgt die Londoner Organisation das Recht, Fleisch zu essen, ein Seiden-T-Shirt zu tragen, ein Haustier zu besitzen oder ein Aquarium zu besuchen. Das amerikanische Center mit Sitz in Washington greift Umwelt- und Tierschutzorganisationen, wie auch Greenpeace, an. Vor allem die HSUS, die „Humane Society of the United States, die als Tierrechtler die gleichen Ziele wie PETA unterstützen.

Hinter dem „Verbrauchercenter“ stehen große amerikanische Konzerne wie Philipp Morris, Kentucky Fried Chicken oder der Fleisch-Gigant Meat Company, wie PETA am Mittwochabend noch gegenüber Herd-und-Hof.de mitteilte. Ein ausführliches Statement wird im Verlauf des Donnerstags veröffentlicht.

Aber nicht nur das: Ein Blick auf das aktuelle Schattenkabinett von Donald Trump  zeigt, dass für den Posten des Landwirtschaftsminister noch immer Forrest Lucas als einziger im Gespräch ist [1]. Lucas treibt die Gegner der HSUS an, die mit subversiven Informationen „ihre Gegner“ diskriminieren wollen.

Offensichtlich schwappt der US-Krieg der NGO jetzt nach Europa und Deutschland über. Das ist das letzte, was europäische Verbraucher in ihrer Verunsicherung brauchen.

Lesestoff:

www.peta.de

[1] Agrar: Forrest Lucas: https://herd-und-hof.de/landwirtschaft-/trumps-aktuelles-schattenkabinett.html

Roland Krieg

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