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US-Mais und Soja befinden sich in der kritischen Phase

Landwirtschaft

USA: Regional sehr trocken, aber Niederschläge meist ausreichend

An den beiden letzten Julitagen saßen Wissenschaftler und Politiker am United States Institut of Peace in Washington D.C. beim zweiten Nationalen Forum über Trockenheit zusammen. Die Vorgängerveranstaltung fand vor langer Zeit im Dezember 2012 im Rahmen einer historischen Trockenphase statt, die rund 40 Milliarden US-Dollar Schaden verursacht hat. Den Großteil haben trockenheitsbedingten Ernteausfälle beigetragen.

Experten wollen die Vorhersage für Trockenheit verbessern und Politiker sollen Ackerbau- und Viehbetriebe resilient ausgestalten.

Chef-Meteorologe des US-Landwirtschaftsministeriums Brad Rippey berichtet über ein generelles Nachlassen der Trockenheiten in den 2010er Jahren. Doch vorbei sind sie nicht. Wo und wann welche wieder auftreten kann derzeit niemand vorhersagen. Landwirte müssen dagegen immer häufiger gegen hohe Niederschläge kämpfen. So haben dieses Jahr sintflutartige Regenfälle die Maisaussaat in vielen US-Staaten erheblich verzögert und ausfallen lassen.

Von Iowa über Missouri bis nach Illinois gibt es aktuell isolierte Regionen mit ernsthaftem Niederschlagsdefizit. Die Kernregion Springfield in Illinois musste den ganzen Juni über mit 12 mm Niederschlag auskommen. In anderen Regionen fiel nur ein Viertel der monatsüblichen Regenmenge. Für Mais und Soja sind das schwierige Wochen, aber unter Trockenstress stehen sie derzeit nicht. In der kommenden Woche sind regelmäßige Regenschauer in den landwirtschaftlichen Kerngebeiten der Plains und im Mittleren Westen angekündigt. Sie bringen nach Rippey vegetative Entspannung während der Kornfüllungsphase.

Auch die Hitze ist vorbei. Kühlere Luft ist auf den Weg in den Osten der USA, so dass sich die späten Pflanzen wie Mais und Soja weiter entwickeln können. Der jährliche Südwest-Monsun bringt auch ausreichende Niederschläge für Weiden und Rangeland. Die Wetterentwicklung im August wird über eine erfolgreiche Mais- und Sojaernte entscheiden.

Roland Krieg

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